Ab sofort gibt es eine neue Rubrik. Ich nenne sie ZA dictionary – Südafrikanisches Wörterbuch. In dieser Rubrik werde ich euch Wörter näher bringen, die entweder typisch für Südafrika sind, oder die zwar auch woanders existieren, mir hier aber gehäuft unterkommen. Dazu schreib ich euch dann immer ein paar Informationen. Den Anfang macht Braai.
Das Braai hat mit Brei nichts zu tun, obwohl man es gleich ausspricht. Das Braai ist schlicht südafrikanisches Grillen, das sich von unserer Art zu Grillen unterscheidet. Wenn das Braai richtig gemacht wird, dann nutzt man Holz und keine Holzkohle, weil dann der Prozess dann länger dauert und man so mehr Zeit miteinander verbringen könne – sagt jedenfalls Wikipedia. Ich war bisher nur auf einem Dutch Braai. Holländer halten sich am Grillen nicht so lange auf.
Unterschiede gibt’s zum Beispiel auch bei dem, was man so auf den Grill wirft. Während man in Deutschland lächerliche Würstchen oder Steaks kredenzt (darauf hätte ich mal wieder Bock!), landen hier zum Beispiel Boerewors oder halbe Kühe drauf. Als ich mit Niels bei meinem ersten Braai war, haben wir ein Stück Fleisch gekauft, das so aussah, als wäre es in einem Stück aus der Kuh geschnitten worden. Schade, dass ich davon kein Foto gemacht habe. “Boerwors” ist Afrikaans und heißt Buren- oder Bauernwurst. Als mir der Informatiker der Stiftung mal erklären wollte, was das ist, beschrieb er es so: Wurst, die früher mal wie Fleisch aussah. Well! So schmeckt das Zeug auch.
Vom Braai gibt es verschiedene Varianten, ich garantiere nicht für Vollständigkeit der Liste. Ich lebe ja erst seit einem Monat hier.
Das Kak Braai ist für Südafrikaner kein richtiges Braai, darum ist es auch ja auch kacke! Kacke am Kak Braai ist, dass man es nicht draußen veranstaltet, sondern in geschlossenen Räumen. Dass man ein solches Braai Kak Braai nennt, weiß ich auch erst, seitdem Niels, der keinen blassen Schimmer hatte, zu was für einen Braai wir gehen würden, mal gegenüber unserer südafrikanischen Hausnachbarin behauptete, wir grillten drin – womöglich noch auf einem Elektrogrill. Ihre Antwort: “Aah, a Kak Braai”.
Am Ende war es übrigens eine Mischung aus Kak und Dutch Braai.
Zum Kak Braai fällt mir übrigens noch folgendes ein:

(Quelle: Jojos illustrierter Blog)
Das Dutch Braai ist wie ein Braai, nur mit einer ganzen Badewanne voll Alkohol, zumeist Bier. Wodka etc. steht dann zumeist woanders, weil ja schon so viele Bierflaschen und -dosen in der Wanne sind. Resultat eines Dutch Braais sind viele besoffene Holländer, die sich nicht mehr unter Kontrolle haben. Diese Kontinentalbriten – das Wort habe ich auch erst hier gelernt – sind dann so dicht, dass sie Kronleuchter durch die Gegend schleudern, in einen saukalten, ungepflegten Pool springen oder an irgendwelche Autos pinkeln. Wäre das mein Auto gewesen, dann hätte es sicher einen deutsch-holländischen Konflikt gegeben. Übrigens: Die besoffenen Holländer kommen alle mit ihren eigenen Autos, die sie dann, besoffen wie sie sind, auch wieder nach Hause steuern.
Das Ox Braai ist wie ein normales Braai, nur dass hier ein Ochse im Mittelpunkt des Interesses steht. Dabei spießt man einen ganzen Ochsen auf, sogar der Kopf soll noch dran sein. Zum Glück habe ich das selbst noch nicht gesehen, sondern nur davon gehört. Vermutlich gibt’s noch viel mehr Varianten. Sicher muss man nur Ox gegen ein anderes Tier austauschen: Dog Braai, oder so…
Wikipedia übrigens behauptet, dass man Braai gegenüber einem Südafrikaner niemals, niemals, niemals (!) als BBQ bezeichnen dürfe. Ich schätze, dass würde genauso hässlich enden, wie wenn man in einem Bierzelt auf dem Oktoberfest sagen würde: “Also, preußisches Bier schmeckt ja deutlich besser als diese Plörre hier”.



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