26 Aug 2010

Südafrikanische Musik (5)

(Kategorie: Textbeiträge, Videobeiträge)

Ich glaub’s nicht. Ich glaub das einfach nicht. Das muss ein Witz sein:

Hallo, ich bin Jack Parow. Ich liebe Afrikaans. Ich liebe Rap. Rap ist aber öde und viele Rapper wissen nicht, was sie tun. All denen will ich zeigen, wie man richtig rappt. (Quelle: Wikipedia)

Und das geht so:

Jack Parow feat. Francois van Coke — Dans Dans Dans

Jack Parow, der im wahren Leben Zander Tyler heißt, ist ein südafrikanischer Rapper (Eigenbezeichnung). Nachdem er eine Weile englische Texte geschrieben hatte, kam er zu dem Schluss, dass Afrikaans besser funktioniert und sich besser anhört. Das mag für ihn stimmen. Ich hatte jedoch einen Lachflash, als ich zuerst «Cooler as Ekke» und dann «Dans Dans Dans» gesehen und vor allem auch gehört habe. Den zweiten Titel habe ich mir sicher 20 Minuten in einer Schleife angeschaut. So fassungslos war ich.

All zu lange scheint es Jack Parow noch nicht zu geben. Zumindest reicht die Diskographie nur bis 2009 zurück. Ich kann mich nicht erinnern, in Südafrika jemals etwas von Parow gehört zu haben. Das liegt sicher daran, dass er für Afrikaaner singt und ich mit denen fast nie was zu tun hatte. Aber seine Mütze kommt mir bekannt vor. Ich glaube das war auf dem Joburg Day, als ein Weißer in ca. 20 Metern Entfernung vor mir rumsprang. Zuerst dachte ich, ich hätte was mit den Augen. Danach fand ich es einfach nur komisch.

Was ist das nur mit diesen Buren? Wie schaffen die es, geschmacklich immer alles zu unterbieten???1 Wenigstens scheint der Typ sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen. In verschiedenen Musikvideos habe ich ihn mit Braaizange (an der Hose) gesehen. Ein Braai ist dem Südafrikaner ja das, was dem Deutschen ein Bier ist.

Gefunden habe ich den «Rapper» übrigens über einen Facebook-Eintrag eines holländischen Bekannten, den ich in Südafrika kennengelernt hatte. Seit meinem Auslandsaufenthalt sind für mich Holländer ja untrennbar mit ihrem, äh, schwierigen Musikggeschmack verbunden. Schockschwerenot! Mit Detailfragen halten die sich nicht lange auf. In den CD-Player kommt alles, was laut und/oder schrecklich ist. Deutscher Schlager und Techno zum Beispiel.2

  1. Mit Grausen denke ich an den Sokkie.
  2. Als Running Gag hatte sich entwickelt, dass Niels immer «Hypa Hypa» rief, worauf ich stets mit «How much is the Fish» antwortete. Ein Marco-Polo-Spiel quasi. Nur eben scootermäßig.
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7 Antworten zu „Südafrikanische Musik (5)“

  1. aha sagt dazu:

    Du warst du noch niiiieee beim Dorftanz in Wingendorf, Aspenstedt und Co.? Sokkie ist überall… ;-) take it easy. hoffe mal, das der Parow sich auf seine hutschippe nimmt. klingt wie slowakisch oder polnisch in meinen ohren.

  2. Ali (Afrika-Blog) sagt dazu:

    Ich bin eher nicht so der Dorftanzbesucher. Ich geh ja mal davon aus, dass eher «alte» aufm Tanztee so tanzen. Das besondere am Sokkie ist ja, dass das der Hit unter jungen Buren ist, und die das mal eben zwischen Parow und Hip Hop tanzen. Darüber hinaus tanzen die das ja nicht nur zwingend zur Sokkie-Musik, sondern z.B. auch zu Hip Hop und Techno. Hypa Hypa! Kannst du dir so was im Alpenmax vorstellen? Obwohl: Da würde mich nichts wundern. *lol*

  3. Herbert van Holsten sagt dazu:

    Hm, ich habe zwar keinen blassen Schimmer, wovon der Herr Parow rappt. M.E. ist es doch aber recht offensichtlich, dass sich der Typ selbst nicht sehr ernst nimmt.

    Mal als Tipp: Google mal nach Die Antwoord (oder schau danach bei der englischsprachigen Wikipedia). Das ist noch heftiger… ;)

  4. Ali (Afrika-Blog) sagt dazu:

    Wie ja weiter oben steht, glaube ich auch, dass er sich nicht ganz so ernst nimmt. Ich würde jetzt aber mal per se die Offensichtlichkeit bestreiten. Natürlich kenne ich «Die Antwoord». ;) Die haben ja auch schon was mit Parow zusammengemacht. Wikipedia behauptet, dass es sich bei den Mitgliedern der Antwoord um Komiker handelt. Würde einiges erklären.

    Mit den Heuwels Fantasties hat er auch was gemacht. Da wirkt er aber auch gleich nicht mehr so, äh, lächerlich. Hier gibt’s übrigens eine Übersetzung des Liedes «Die Vraagstuk» vom ZDF. Abgesehen von der merkwürdigen Übersetzung von «fucking» gehe ich mal von einer ansonsten korrekten Übersetzung aus. Ist ja schließlich das Öffentlich-rechtliche. *g*

    Zurzeit habe ich vermehrt Zugriffe, die was mit Jack Parow zu tun haben. Schwappt der gerade zu uns rüber? Wenn ja, wer ist schuld?

  5. Herbert van Holsten sagt dazu:

    Noch mal wegen der Offensichtlichkeit: Ich dächte, die Kappe, die der gute Mann trägt, stimmt schon ein wenig darauf ein, was man etwa erwarten könnte. ;) Dazu kommen dann noch die Gestaltung der Videos und die in einigen Liedern m.E. doch recht überproportional häufige Erwähnung des eigenen Künstlernamens. Wenn man sich da dann mal das Klischee eines “coolen Rappers” anschaut, wird das hier anscheinend dekonstruiert. Ernste Texte anbei sind da für mich auch nur bedingt ein Widerspruch. Genaueres müsste aber mal jemand dazu ausführen, der Ahnung von der Materie und von Zef ( http://en.wikipedia.org/wiki/Zef ) hat.

    Ob diese Musik nach Deutschland bzw. Europa rüberschwappt, vermag ich nicht zu sagen. In Kommentaren bei YouTube zu Parow-Videos konnte ich jedenfalls öfter lesen, dass Leute sich auf seine Auftritte in den Niederlanden freuen. Spielen hier die historischen Wurzeln der Buren eine Rolle? Auftritte in Deutschland sind mir nämlich nicht bekannt.

    Vielleicht trägt aber auch Dein Blog zum vermehrten Interesse an Jack Parow bei. Ich meine: Afrika, RTL2, Dein Blog, Jack Parow. Eine logische Linie – oder etwa nicht? ;)

  6. Ali (Afrika-Blog) sagt dazu:

    Gott bewahre! Ich will daran aber nicht schuld sein!! xD Und zum Glück kann ich mich damit rausreden, dass mein Blog (noch) sehr unbekannt ist!

    Die Niederländer stehen sicher darauf, weil’s laut ist und sie wegen der Ähnlichkeit der Sprachen sehr viel Afrikaans verstehen. Die gehen da ja ab wie Schmidts Katze. Ich habe in Südafrika — wo es sehr viele Dutch guys gibt — wirklich keinen Niederländer getroffen, der nicht auf laute und/oder schreckliche Musik stand.

    Ich glaube, die Mütze soll einfach nur lustig sein. Ich kann mir eine gewisse Ernsthaftigkeit dahinter sehr gut vorstellen, weil die Buren ja auch mit einer Ernsthaftigkeit einen Sokkie aufs Pakett legen, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Und die Musik erst. Der Rest Südafrikas, so meine Erfahrung, lacht.

    Lassen wir uns einfach überraschen, wie sich JP in Zukunft macht. xD

  7. Heuwels Fantasties feat. Jack Parow - "Die Vraagstuk", live ("24 Stund | FrontPageSearch sagt dazu:

    [...] http://afrika.himpenmacher.de/sudafrikanische-musik-5 [...]

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