Eine der vielen Möglichkeiten, seine Freizeit in Johannesburg zu genießen, bietet das Montecasino im Stadtteil Fourways. Angeblich nach dem italienischen Monte Cassino benannt und baulich entsprechend angelehnt zieht es jährlich rund neun Mio. Besucher an.

Für mich wirkt der Freizeitkomplex ein bisschen wie eine Oase in Johannesburg. Damit man überhaupt rein kommt, wird man auf Waffen durchsucht. Wenn auch die Kontrollen nach meinem Dafürhalten viel zu lasch sind, als das sie den Schusswaffengebrauch unterbinden könnten, falls jemand wirklich rumballern wollte, merkt man ziemlich gut, dass die Kontrollen positive Auswirkungen auf den Gemütszustand der Johannesburger haben. Hier wirken die Menschen deutlich entspannter als außerhalb des Areals.

Im Montecasino befinden sich u.a. ein — Surprise, Surprise! — Casino, eine Shopping Mall und mein persönlicher Favorit, der Birds Garden, über den ich irgendwann mal was schreibe. Im Montecasino war ich ziemlich oft, weil es dort nicht nur ein Kino, sondern auch eine, vermutlich epilepsie- und hörsturzauslösende, Spielhalle gibt, in der Niels und ich öfter waren. Für deutsche Verhältnisse sind die Spiele unglaublich günstig. Einen Rand kosten Spiele pro Runde zumeist. Nach einer Weile ist man aber ganz schön ausgelaugt. Aus Deutschland kenne ich das Phänomen nicht. Denn da kosten Spiele nach meiner Erfahrung schon einen Euro pro Runde. Das war es mir dann doch nicht wert gewesen.

Und wenn man in Joburg vollkommen unterzuckert und dehydriert ist, weil man über die Zockerei die Zeit vergessen hat, kann man danach noch im angrenzenden Food Court ‘ne Limo trinken und ein mit Karamell oder Schokolade überzogenes Eis bei Steers essen. Yam, yam…

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Ich liebe Sonnenuntergänge. Zu den Dingen, die ich in Südafrika besonders gemocht habe, gehören definitiv das Wetter und die Sonnengänge. Während meiner Zeit in Johannesburg war das Wetter immer recht angenehm und fast nie zu heiß oder zu kalt.

Sonnenuntergang auf dem Northcliff

Ich erinnere mich gerade an wenige Tage am Stück, an denen es furchtbar viel regnete und bitterkalt war, so dass ich sogar die Heizung einschalten musste. Zu heiß war es nur einmal, als ich mit meinen Freunden in den Rhino & Lions Park gefahren bin. Ansonsten war das Wetter stets ein Traum. In der Nacht und am Morgen schön kühl und ab Vormittag schon angenehm warm.

Über das Northcliff hatte ich ja auch schon mal geschrieben. Von da oben hat man bei gutem Wetter einen guten Rundumblick über die Stadt. Von da stammen auch die Fotos. Ich liebe es, wie die untergehende Sonne die Umgebung in dieses schöne, warme Licht taucht. Da hätte ich doch gleich wieder Lust in Südafrika auf einem Berg zu sitzen und der Sonne beim Untergehen zuzusehen.

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14 Apr 2011

Linktipps (3)

(Kategorie: Textbeiträge)
  1. Südafrika: Leere Fußballtempel
    (Hartmut Scherzer, FAZ)

    Die FAZ berichtet, was zu erwarten war: «Die Weltmeisterschaft 2010 hat dem südafrikanischen Fußball kaum etwas gebracht, sondern vor allem leerstehende, kostenintensive Prunkbauten hinterlassen». Wenn auch die positiven Auswirkungen nicht so einfach in Zahlen ausgedrückt werden können, ist klar, dass die WM Südafrika teuer zu stehen kam.

  2. Freispruch für NPD-Funktionäre: «Knick in der Optik»
    (Oliver Sallet, SPIEGEL)

    2006 brachte die NPD anlässlich der Fußball-WM einen nationalistischen WM-Planer heraus, mit dem sie deutlich machte, dass deutsch nur sein kann, wer weiß ist. Durch eine geschickte, weltfremde Interpretation des beanstandeten Bildes gelang es in einer Berufungsverhandlung, die im Jahr 2009 wegen Volksverhetzung und Beleidigung ergangene Verurteilung von drei NPD-Funktionären zu Bewährungsstrafen aufzuheben.

  3. Afrika: 50 Jahre Unabhängigkeit
    (ARTE)

    Auf einer multimedialen Webseite informiert der deutsch-französische Sender Arte über Staaten des frankophonen Afrikas, die seit 50 Jahren unabhängig sind. Dabei berichten verschiedene Menschen über ihre eigenen Länder. Thematisiert werden Aspekte wie das chinesische Engagement in Afrika.

  4. Malema: The revolution is on trial
    (MAIL & GUARDIAN)

    Die südafrikanische Bürgerrechtsgruppe Afriforum bemüht sich um eine gerichtliche Entscheidung zu der Frage, ob das südafrikanische Revolutionslied «Tötet die Buren» den Tatbestand der Hassrede erfülle. Malema, der sich dieses Liedes bedient, ist der Ansicht, dass nicht er vor Gericht stünde, sondern die Revolution selbst. Auch Nelson Mandelas Exfrau, Winnie, sieht den ANC höchstselbst auf der Anklagebank.

  5. «Korrigierende Vergewaltigung»: Lesben wehren sich gegen Schändung
    (N-TV)

    In Südafrika werden lesbische Frauen Opfer von sog. korrigierenden Vergewaltigungen, mit denen sie von ihrer Homosexualität «geheilt» werden sollen. Ein paar Frauen im Township Guguletu gründeten eine Selbsthilfeprojekt für lesbische Frauen (via Halfjill).

  6. Afrika: Ein Internat für einen ganzen Kontinent
    (Cigdem Akyol, FAZ)

    Die FAZ berichtet über die African Leadership Academy in Johannesburg, die sich zum Ziel gesetzt hat, die afrikanische Elite auf dem Kontinent zu halten und auch dort auszubilden (via Halfjill).

  7. Former South African rugby player «went on axe-murdering rampage»
    (THE TELEGRAPH)

    Ein ehemaliger südafrikanischer Rugby-Spieler wird beschuldigt, während eines Amoklaufs in einem Township mit einer Axt mindestens drei Menschen getötet zu haben. Ein Mann wurde dabei enthauptet. Als Grund wird die Vergewaltigung seiner Tochter vermutet, die bei dem Übergriff mit HIV angesteckt worden war.

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…und nüschts los! Da ist man nun schon mal in Kapstadt, der angeblich fünftgefährlichsten Stadt der Welt — und dann ist da alles ganz friedlich. Los ging es relativ früh, aber entspannt in Richtung Flughafen. Die Hölle war der zweistündige Flug mit British Airways nach Kapstadt.

Es lag nicht so sehr an British Airways und deren merkwürdige Art, auf die Flugangst deutscher Passagiere einzugehen. In den Wahnsinn getrieben hat mich ein schreiendes Kind. Das hat allen Ernstes fast zwei Stunden lang am Stück gebrüllt. Zum Glück konnte ich wenigestens ein paar schicke Bilder vom Abflug in Johannesburg und der Landung in Kapstadt machen. Leider nicht mit meiner der Kamera meines Bruders, weil die auf dem Weg nach Kapstadt kaputt ging.

Kristin und ich waren nicht direkt in Kapstadt, sondern in einem an der False Bay gelegenem Vorort namens Muizenberg (Mijuuuzenböörg). Für die False Bay hatten wir uns entschieden, weil dort das Wasser verhältnismäßig warm ist und ich eigentlich noch mal Baden gehen wollte (Kristin nicht, die hatte genug Sonne gesehen).

Die Badesession ist dann aber leider doch ins Wasser gefallen, weil ausgerechnet einen Tag vor unserer Anreise Haialarm ausgelöst worden war. Grund war ein Surfer, der einem Hai als Zwischenmahlzeit diente. Die Medienberichte gingen auseinander. Mal stand das Lunch nur brusttief im Wasser, mal war es viel weiter draußen, sodass der Hai einfach nicht wiederstehen konnte.1 Als wir übrigens zuvor Durban verließen, wurde noch am gleichen Tag auch jemand von einem Hai angeknabbert. Mich mochten die wohl nicht.

Übernachtet hatten wir bei Lesley und Roy, zwei symphatischen Wahlkapstädtern, die aus Großbritannien stammen. Das Haus liegt in Waterways an einem Fluss und das Wetter war einfach HERRLICH! Nur bei unserer Ankunft hatte es kurz geregnet, danach war das Wetter immer schee.

Eigentlich wollten wir nach Robben Island und hatten uns abgehetzt, damit wir es noch rechtzeitig schaffen; jedoch wurde die Tour dann «due to technical problems» abgesagt. Ich war stinksauer, insb. weil hier in Südafrika «technical problems» eine Erklärung für alles zu sein scheinen. Also flanierten wir durch die V&A Waterfront, ein sehr bekanntes Hafenviertel und Touristenmagnet in Kapstadt.

Später hatten wir uns entschieden, einfach mal an der Küste entlang zu fahren. Das hatten wir tags zuvor zwar auch schon gemacht, da sind wir aber nicht ganz so weit gefahren und außerdem waren die Batterien von Kristins Kamera leer und meine Kamera ist futsch, weshalb wir keine Fotos von der Smitswinkel Bay (eigentlich dem Stück davor) machen konnten. Das haben wir also nachgeholt. Die Bay liegt eher etwas versteckt. Wenn man runterläuft, findet man auch ein paar Häuser. Wenn man von den vielen Algen und Sandflöhen oder so absieht, ist es da unten echt schön.

In Muizenberg kann man Frau (!) übrigens hervorragend schoppen. Es gibt an der Kalk Bay nur und wirklich nur Frauen- und Trödelläden; also Frauenläden. Und es scheint auch wirklich in jedem Laden was zu geben, was Frau kaufen, oder wenigstens angucken und sich dabei vorstellen kann, es zu kaufen.

Wir waren u.a. in einem Laden, dessen Verkäuferinnen mich ankotzten, weil ich, als wir tags zuvor dort waren, von einer verfolgt worden bin, als sei ich ein Dieb. So kam es mir eigentlich ganz gelegen, dass Kristin mit ihrem für Männer unbegreiflichen «Das da ist eigentlich ganz toll, aber doch potthässlich, weil nicht perfekt»-Blick ein paar Ohrringe gefunden hatte, die ja eigentlich ganz toll, aber doch potthässlich, weil nicht perfekt waren: «Die Kugeln sind unterschiedlich groß, die Haken haben eine unterschiedliche Farbe und das Gewinde ist unterschiedlich lang». Ich: «WTF???»

Als sie sich nach was anderem unschaute, hab ich die Ohrringe eine Weile rumgetragen (könnte ja sonst eine andere vor der Nase wegkaufen!) und hab dann irgendwann eine Verkäuferin gefragt, ob man die Ohrringe nicht irgendwie anpassen könnte, «weil, weil, weil… die sind irgendwie unterschiedlich und irgendwas ist mit den Kugeln!» Zum Glück hatte die Verkäuferin auch diesen komischen Frauenblick. Wenn die mich gefragt hätte, was denn da bitte unterschiedlich ist, wäre ich schreiend rausgerannt. Dennoch hat es sich gelohnt: Kristin ist nun mit ihren perfekten Ohrringen glücklich und die Verkäuferinnen waren ein bisschen mit den (nervigen) Extrawünschen Kristins beschäftigt.

Ganz nebenbei bin ich aber dafür, dass alle Frauen- und Trödelläden verpflichtend Multimediaecken (Spielplätze!) für Männer einrichten sollten!

Wenn man in Kapstadt ist, dürfen natürlich der Boulder’s Beach in Simon’s Town mit seinen ganzen putzigen Pinguinen und der Tafelberg nicht fehlen. Auf dem Tafelberg hat ich nicht übel Lust, jemanden runterzuwerfen, nachdem er mich «Nigger» und andere Plagen einer Schulklasse auf Afrikaans beschimpft hatten. Aber ich dachte mir: Der wird schon mal noch irgendwann überfallen. Hoffentlich von einem «Nigger».

Ansonsten war es auf dem Berg echt schön. Häufig ist der Tafelberg ja mit der sog. «table cloth» also Tischdecke aus Wolken, bedeckt. Unser Sicht jedoch war himmlich. Ich kann echt nicht verstehen, dass da so viele Menschen einfach durchmarschiert sind. Dort kann man wirklich eine Weile zubringen.

Als ich da oben so rumlief, wurde ich auf einmal von jemanden angequarkt: «Ali, how are you». Ich: «WTF?» Da bin ich nun ca. 1600km von Johannesburg entfernt, und mir latschen zwei Typen übern Weg, die bei meinem ersten Braai (die Älteren unter meinen Lesern werden sich erinnern) auch dabei waren. Die haben mich aber auch nur wegen meiner Frisur erkannt. :D

Am Boulder’s Beach gab es viele kleine, süße Pinguine und ein paar Dassies, oder sog. afrikanische Klippschliefer oder Klippdachse. An einem Strandabschnitt ist es übrigens erlaubt zu baden, obwohl da auch Pinguine rumturnen. Dassies sind so was wie Ratten, nur viel größer und ohne Rattenschwanz. Wir wollten noch einen Klippschliefer fotografieren, der in einem Baum saß. Blöderweise kam dann eine Pflegerin vorbei und das Vieh ist ihr hinterhergerannt.

In Südafrika passiert es übrigens öfter mal, dass irgendwas abfackelt, häufig wird einfach irgendwas verbrannt. So war es auch in Muizenberg. Wir wollten noch Geld holen und einkaufen gehen, als wir auf einmal dichten Qualm hinter dem Supermarkt aufsteigen sahen. In Deutschland würde ja ziemlich ordentlich und effizient evakuiert. In Südafrika lassen sich die Menschen von ein bisschen furchtbar in den Augen brennendem und im Hals kratzendem Qualm nicht so leicht aus der Ruhe bringen und gehen weiter gemütlich shoppen.

Die fünftgefährlichste Stadt der Welt — total gemütlich.

[Im Januar 2010 geschrieben, aber ewig nicht veröffentlicht.]

  1. Ein Tipp, den wir bekommen hatten: Immer schön dort schwimmen gehen, wo Surfer sind. Die werden zuerst gefressen. Immer.
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Einer meiner liebsten Orte in Südafrika ist die Witwatersrand-Universität in Johannesburg. Die Wits, wie sie umgangssprachlich genannt wird, gilt als führende afrikanische Universität und hat einige berühmte Absolventen, wie Nelson Mandela und den Musiker Johnny Clegg, zu verzeichnen.

In Kontakt bin ich mit der Wits während meines Praktikums bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gekommen, weil diese insb. mit dem Medienbereich zusammenarbeitet und während meiner Zeit ein paar Seminare organisierte, die eben auf dem Campus der Uni stattfanden.

Begeistert bin ich von der Bauweise des Campus’. Ich habe bisher schon einige Hochschulen gesehen, die Wits ist bisher mein absoluter Favorit — wenn auch die am Inn gelegene Uni Passau im Sommer einen besonderen Charme hat. Auf den Fotos kann man sich anschauen, warum sie mir so gefällt.

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