Da ich ja später mal benevolenter Diktator werden möchte und viele wichtige Entscheidungen vermutlich auf den Golfplätzen meines Landes getroffen werden (genau weiß ich das nicht, ich kenne das Konzept «Diktatur» bisher nur aus Büchern), hab ich schon mal probiert, ob Golfen überhaupt etwas für mich ist.

Golfen ist gar nicht so einfach (im letzten Bild rollte der Ball ca. 30cm weit). Hauptsache schee sieht’s aus.

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2 Mar 2010

Valentine’s Day

(Kategorie: Textbeiträge)

Ich war gerade im Film Valentine’s Day — total kitschiger Frauenfilm. Ich bin da ja nur hingegangen, um DENEN aus dem Weg zu gehen, DIE übrigens auf mich und meinen deutschen Zeigefinger sauer sind.1 Soweit haben DIE mich schon gebracht. Ursprünglich hatte ich ja Ninja Assassin vorgeschlagen. Aber ehe ich mich versah, saß ich in einer Schnulze. Zur Auwahl stand noch It’s complicated, aber eine der Damen hatte den schon gesehn. Ja, ähm, was soll ich sagen: Der Film ist echt gut, aber irgendwie deprimierend.

Mein neue Lieblingsbezeichnung ist jetzt übrigens Adult Phone Entertainer. *lol*

  1. Am Sonntag hatten die schon wieder ein Braai. Natürlich lärmend und mit lauter Musik, gleich neben meinem Zimmer. Als die Heinis selbst nach dem 5. Mal höflich bitten die Musik nicht leiser bzw. sofort wieder lauter gemacht haben, hab ich nur noch an meine Verandatür geklopft und mit dem Finger auf die Boxen gezeigt. Die wussten ja, worum es geht. Nun sind sie sauer. Aber wer sich wie ein Kind benimmt, muss wie ein Kind behandelt werden. Die waren übrigens vom Angeln besoffen.
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2 Mar 2010

*grml*

(Kategorie: Textbeiträge)

Hab gerade zum allerersten Mal einen Blog ausgelesen. Da kommt aber nix mehr. Geschlossen wegen Sinnkrise. Kann mir jemand einen guten Ersatz (lustig und kurzweilig!) empfehlen? :(

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1 Mar 2010

Nieder mit der Natur!!!

(Kategorie: Textbeiträge)

So, ich habe heute ca. 1.021.983.128.937 Karten verschickt (grobe Schätzung meinerseits) und damit 1.021.983.128.937 Bäume getötet (zwingende Konsequenz1). Ich hab jetzt Schwielen an den Fingern und einen Bluterguss am Zeigefinger. Die Postfrau, die wegen mir auf einmal was für ihr Geld tun muss (und das auch noch mehrmals  hintereinander), verachtet mich zutiefst, was sich sehr deutlich an der Anzahl der auf die Postkarten zu klebenden Briefmarken zeigt.

Sollte jemand keine der 1.021.983.128.937 Karten bekommen, dann hat das einen der folgenden Gründe — angenehmsten bitte auswählen:

  1. Ich mag dich nicht.
  2. Dir gehen Postkarten am Arsch vorbei.
  3. Du wusstest, dass ich Karten verschicken werde — ist damit keine Überraschung mehr.
  4. Du gehörst zu den Pappnasen meiner ultrageheimen Verschwörung, deren Mitglieder mir zwar fast alle eine Abschiedskarte geschickt haben (sogar eine mit viralen Grüßen und eine von einem Nazi!), aber «vergessen» haben, ihre Adresse draufzuschreiben. Come on! SO geheim kann eine Verschwörung nicht sein.
  5. Du hast zwar gewusst, dass ich Karten verschicke, aber nicht überzeugend gequängelt.
  6. Du warst eh neulich in Afrika (zwei Ausnahmen!).
  7. Ich hab dich schlicht vergessen.
  8. Die Postfrau, die mich hasst, behält die Karten, pinnt sie sich an die Wand und lacht jedes Mal wie eine fiese Hexe, wenn sie daran vorbeiläuft.

Eigtl. bin ich ja kein großer Freund vom Kartenschreiben. Man muss leserlich schreiben, es gibt keine Rücktaste (JEDER VERSCHREIBT SICH!), der Postweg ist zu lang und außerdem verschwinden immer Karten!). Aber ich hab sogar drei Karten an mir völlig unbekannte Personen geschickt. Ok, eigentlich kenne ich sie ein bisschen und die kennen mich gar nicht. Kann sein, dass ich mich wegen diversen einstweiligen Verfügungen jetzt bald nicht mehr in Berlin2, Freiburg3 und Jena4 sehen lassen kann.5

  1. Kennt man ja aus seiner Kindheit, insb. aus der Schule: «Für dieses eine Blatt, dass du da gerade verschwendet hast, musste ein ganzer (!) Baum sterben!»
  2. Dankeschön und Mach-weiter-so-Parole
  3. Weil sie Südafrika mag und ich einfach ein netter Kerl bin
  4. Dankeschön, Durchhalteparole und Beschwerde!
  5. Aber ich hab jetzt endlich ein Fußnotenplugin! *freu*
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28 Feb 2010

Never call the Police!

(Kategorie: Textbeiträge)

[Warnung: Dies ist ein Meckereintrag, also potentiell nichts für Bazille und Kathrin!]

Letzte Woche ist es passiert. Zum ersten Mal habe ich die wirklich ungemütlichen Seiten Südafrikas kennengelernt. Bei uns wurde eingebrochen, während wir noch im Haus waren. Normalerweise bedeutet so ein Einbruch, dass die Opfer wahlweise schwer verletzt, vergewaltigt, verstümmelt und/oder umgebracht werden. Kreischende Holländer sei Dank ist uns nichts passiert.

Die Täter drangen so gegen fünf Uhr morgens in das Grundstück ein. Das finde ich erstaunlich, weil alle Autos noch da waren und das in Südafrika im Umkehrschluss bedeutet, dass alle Bewohner auch noch da sind — also ein erhöhtes Risiko erwischt zu werden. Die Täter klauten alle Autoradios bis auf meines. Mein Glück: Die Holländer hatten ihre Autos nicht abgeschlossen, weshalb man sich erst mal an deren Autos bediente. Bei mir versuchten die Täter das Schloss aufzubrechen (ist jetzt demoliert), aber weil währenddessen einer der Täter durch das Fenster der kreischenden Holländer gegriffen hatte (die übrigens schon wach waren, weil sie sehr früh zur Arbeit mussten), entfuhr den Holländern ein gellender Schrei (wie ich später erfuhr, waren es zwei). Deshalb ergriffen die Täter die Flucht.

Ich wurde später geweckt und auf das Problem hingewiesen, habe mich aber wieder in mein Zimmer zurückgezogen, obwohl ich davon ausging, dass die Täter nun wirklich weg sind. Der Grund: Ich hatte Angst, dass ich von einem Guard (die übrigens in aller Regel schwarz sind) der Sicherheitsfirma erschossen werden könnte.1 Ich bin nun mal schwarz und in den gesellschaftlichen Kreisen, in denen ich mich hier bewege, bin ich der Feind. Ich bin es, der die Leute wahlweise schwer verletzt, vergewaltigt, verstümmelt und/oder umbringt. Daher hab ich lieber gewartet, bis die Weißen draußen waren, und erst dann den Schaden begutachtet.

Die südafrikanische Polizei — zu faul oder zu dumm?

Zum ersten Mal habe ich selbst erlebt, wie inkompetent und dumm Polizeibeamte hier sind. Die brauchten erstens eineinhalb Stunden, bis die bei uns waren (die Polizeistation ist nur fünf Minuten entfernt und immer wenn ich dort bin, ist sie mit rumsitzenden Polizisten vollgestopft) und zweitens zeigten sie weder Elan noch Kenntisse — ich weiß nicht, was schockierender ist.

Wir leben auf einem Grundstück, dass durch hohe Mauern, Stacheldraht und elektrische Zäune gesichert ist. Aber das erste, was der Herr Constable Wichtigtuer zu sagen hatte, war: «Selbst schuld, man lässt nicht die Radios im Auto». Ich hab den werten Herrn dann mal auf die ganzen Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen.

Besonders aufgeregt habe ich mich aber darüber, dass meine Frage, wann denn bitte die Spurensicherung kommt, um z.B. die hervorragend sichtbaren Fingerabdrücke an meinem Auto zu sichern, beantwortet wurde mit: «Die kommen gar nicht. Sie müssen mit Ihrem Auto zur Polizistation Sandton fahren. Dort werden die Abdrücke dann abgenommen». WTF? Das Auto ca. 10km durch die Welt kutschieren und dabei sehr wahrscheinlich Beweise vernichten? Auf meine Frage, wie hoch denn die Chance ist, überhaupt jemanden zu identifizieren, antwortete er: «Ca. 15 Prozent». So so, 15 Prozent… Könnte nicht vielleicht, eventuell, womöglich ein Zusammenhang zwischen der geringen Zugriffsquote und der Vernichtung von Beweisen existieren???

Spurensicherung? Zu viel Arbeit!

Die Infos habe ich noch am selben Tag direkt bei der Polizeistation geprüft. Allen Ernstes meinte der Beamte dort auch, dass ich mit dem Auto nach Sandton muss.

Ich: «Glauben Sie nicht, dass man durch so was Beweise vernichten kann?»
Beamter: «Wie glauben Sie denn, Beweise vernichten zu können?»
Ich: «Na zum Beispiel wenn es regnet (Sie unfähiger Vollidiot).»
Beamter (grinst): «Aber es regnet doch gar nicht.»
Ich: «(Fick dich doch, du Arsch) Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.»

Ich hätte natürlich nach einem weißen Beamten2 fragen können, der mir meine Fragen womöglich anständig beantwortet. Ich hätte aber auch ebensogut gleich vor versammelter Mannschaft einen von diesen [Beleidigung] Beamten erschießen können. Das Resultat wäre wohl das gleiche.

Als ich auf der Webseite der Polizei nach einer Beschwerdemöglichkeit ob dieses [Hier Beleidigung allerübelster Art eintragen] Versagens suchte, fand ich zufällig auch ein paar FAQs zum Thema Einbruch:

  • Rufen Sie schnellstmöglich bei der nächsten Polizeistation an.
  • Fassen Sie nichts an, bevor nicht alle Fingerabdrücke gesichert und Aussagen aufgenommen worden sind.
  • Erlauben Sie privaten Sicherheitsdiensten nicht, das Haus3 zu betreten oder etwas anzufassen, bevor die Polizei eingetroffen ist.

Zuhause erfuhr ich dann übrigens, dass die Typen selbst zum Eröffnen eines Falles zu dumm sind. Die Holländer haben nicht nur eine falsche Fallnummer bekommen, mit der sie dann nach Sandton sind (Beweisstücke und so), sondern sie müssen noch mal selber nach Linden, dort für die Übermittlung der richtigen Akte sorgen und dann noch mal nach Sandton fahren, um dort einen komplett neuen Fall zu eröffnen — wegen der Beweisstücke, die noch hinzugefügt weden müssen.

Ich bin wirklich froh, dass ich immer das Tor zur Küche (und damit zum Haus) jeden Abend abschließe und die Einbrecher ziemlich hohl zu sein scheinen, sodass nichts Schlimmes passiert ist. Aber allein schon nach dem Erlebnis versteh ich, warum man hier in Südafrika sagt: «Never call the police!»

  1. Ich hab mal versehentlich dafür gesorgt, dass der Chef des Länderprogramms die Alarmanlage des Büros ausgelöst hat. Danach kommt ja immer sofort der Sicherheitsdienst an. Als der Alarm wieder aus war und ich gerade das Grundstück verlassen wollte, meinte ich zum Spaß, dass ich hoffe, jetzt nicht gleich vom Sicherheitsdienst erschossen zu werden. Die Mine des Leiters verfinsterte sich: «Ich komme mal lieber mit raus…» Seitdem bin ich mit solchen Witzen vorsichtiger.
  2. Ja, ganz recht, nach meinen Erfahrungen hier versuche ich lieber weißes Personen zu fragen. Mir ist bewusst, dass die Masse der Schwarzen während der Apartheid möglichst dumm gehalten wurde (und auch viele Weiße hier nach deutschem Standard eher ungebildet sind) – waren ja nur als Bedienstete gedacht. Aber die Apartheid ist seit mehr als 16 Jahren vorbei. Und dieses (BB)BEE-Ding ist auch keine Hilfe. Aber das Thema braucht einen separaten Eintrag.
  3. Auch wenn derlei Hinweise nur für das Haus aufgeschrieben sind, gilt das selbstverständlich auch für Objekte auf dem Grundstück.
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