Funktioniert die klischeehafte Verbindung von Schokolade und Afrika auch ohne die Nennung und Abbildung von typischen Elementen wie Affenbrotbaum, Elefant und Giraffe? Nach Bahlsen anscheinend schon. Die Firma nennt eines ihrer Produkt einfach nur Afrika.

Als Halfjill neulich einkaufen war, blieb sie verdutzt in der Schokoladenabteilung hängen. Grund war ein Produkt der Firma Bahlsen, das aus Schokolade und Keks besteht. So weit nichts Spektakuläres. Verwundert war sie jedoch über den Namen der Schokokekse: Afrika steht auf der Packung, sonst nichts. Weder Bilder noch beschreibender Text. Halfjill fragt sich nun (übrigens zurecht), ob Bahlsen vielleicht einfach nur das Konzept des Exotismus mit der lediglichen Nennung des Namens Afrika bedienen will. Nach dem Motto, die Naschkatzen wissen schon, was gemeint ist.

Das Konzept des Exotismus wird bei der Werbung für Produkte, deren Rohstoffe aus afrikanischen Staaten stammen, nur all zu gern angewandt. Kakao oder Kaffee werden irgendwie mit bestimmten Merkmalen verknüpft, die als typisch afrikanisch gelten. Ich erinnere mich z.B. an eine Kaffeewerbung, bei der eine schwarze Frau beinahe nackt dargestellt wurde. Welche Nachricht soll das transportieren? Duften schwarze Frauen nach Kaffee? Total bescheuerte Idee, und niemand käme wohl darauf, eine weiße Frau anteilnahmslos neben den Kaffee zu stellen. Obgleich ich nicht glaube, dass man die Denkmuster zum Thema Afrika so einfach provozieren kann, wenn man die Kekse einfach Afrika nennt, wollte ich natürlich die genauere Intention von Bahlsen erfahren. Gefragt hatte ich die Pressesprecherin der Firma:

Durch Zufall habe ich festgestellt, dass die Firma Bahlsen eine Kekssorte vertreibt, die sie schlicht “Afrika” nennt.

Bevor ich das Thema in meinem Blog aufgreife, hätte ich gern von Ihrer Firma eine Stellungnahme, was genau an diesem Keksen afrikanisch ist bzw. welche Vermarktungsstrategie Bahlsen mit der Benennung verfolgt. Ist es tatsächlich so — wie andernorts als Vorwurf geäußert resp. vermutet –, dass Ihre Firma darauf vertraut, dass Kunden von allein die Klischeebilder reproduzieren, die der Durchschnittsdeutsche mit Afrika verbindet, weshalb sie selbst auf die Bebilderung verzichtet? Bieten Sie auch Europa-Kekse an?

Geantwortet hat der Verbraucherservice:

Der Name Afrika wurde ausgewählt, weil Afrika der größte Produzent von Kakaobohnen auf der Welt ist und damit der Name perfekt zu unseren knusperzarten, mit Schokolade überzogenen Waffelblättern, passt. Das Produkt wurde 1953 eingeführt.

Aha. Äußerst ergiebige Antwort. Ich kann bei der dürftigen Antwort von Bahlsen ebenfalls nur darauf schließen, dass für die Firma das Bild Afrikas so fest in den Köpfen der Deutschen verankert ist, dass es nicht nötig ist, noch irgendwelche stereotypen Elemente zu benennen oder bildlich darzustellen. Afrika muss reichen. Ganz will sich die Firma dann wohl doch nicht darauf verlassen und hilft — zumindest online — mit ein paar Stichworten nach:

Im wilden Herzen des Kontinents, unter der kräftigen Sonne des Äquators, reift ein unvergleichlich aromatischer Kakao exklusiv für eine der berühmtesten Gebäck-Kreationen. Zartschmelzende Schokolade und eine hauchzarte Waffel machen Bahlsen Afrika zu einem unverwechselbaren Geschmackserlebnis, das zum Träumen verführt.

So so, der Kakao wird also im wilden Herzen Afrikas angebaut und lädt zum Träumen ein. Na dann ist die Welt doch wieder in Ordnung. Mit dieser Beschreibung wird Afrika wieder nur als homogene Entität dargestellt, die so nicht existiert. Mal davon ab, dass afrikanischer Kakao lediglich in Westafrika produziert wird und die gewählte Bezeichnung somit nichtssagend ist1, reproduziert Bahlsen doch wieder bewusst das exotische Bild des Kontinents, in dem kein Platz für die Moderne ist. Nur für wilden, undurchdringlichen Dschungel, wilde Tiere und vielleicht noch ein paar Eingeborene.

Darüber hinaus frage ich mich, angeregt durch einen Kommentator in Halfjills Blog, ob die Kekse nicht besser Südamerika-Kekse heißen und an heiße Samba-Rhythmen erinnern sollten. Immerhin ist Zucker Hauptbestandteil dieses Produkts, und der wird am meisten in Brasilien produziert.2

Wenn ich solchen Quark lese, muss ich immer an Jamie Foxx denken. Africaaaaa … Can you feel it?

  1. Die Franzosen wären sicher begeistert, wenn ihre Weine als europäische Weine deklariert würden.
  2. Das soll jetzt keine Einladung für Bahlsen sein.
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13 Jul 2011

Seltsame Suchanfragen

(Kategorie: Textbeiträge)

Hier mal wieder ein paar merkwürdige Suchanfragen zu meinem Blog, die ich unkommentiert stehen lasse. Wenn ich eine Liste aus sexbezogenen Suchanfragen kreieren würde, dann wäre diese um ein Vielfaches länger.

  • Schpinne
  • Wie geht man in Afrika aufs Klo?
  • Tschüss auf Afrikanisch
  • Tschüss auf Südafrikanisch
  • Afrikanisch-Wörterbuch
  • Africa Blowjob
  • Alis Öl
  • Beförderungsblowjob
  • Frischfleisch im Knast
  • Schtreichelzoo
  • Suche einen Ali im Leipziger Land (Ich bin mir ziemlich sicher, dass mich da nur einer veralbern wollte)
  • schwarz angemalt
  • Warum geht jemand nach Südafrika?
  • Frauentausch mit dem Gastgeber, welches Land hat die Sitte?
  • Wo kommt der Name Himpenmacher her?
  • Was schmeckt alles wie Hühnchen?
  • Ali afriki
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11 Jul 2011
Dokumentation

Robert Mugabe … What happened?

(Kategorie: Videobeiträge)

Ich hab mal wieder eine spannende Dokumentation gefunden. Sie befasst sich mit Robert Mugabes Lebensweg und der Transition des einstigen Rhodesiens zu Simbabwe, das heute nur noch ein bankrottes Land ist.

Die Doku war Eröffnungsfilm der 13. Ausgabe des South African International Documentary Film Festival und wurde in einigen Kinos ausgestrahlt. Ich warte noch auf eine Antwort, ob man den Film auch außerhalb Südafrikas beziehen kann.

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Über das Rhino & Lion Nature Reserve hatte ich 2009 schon mal etwas geschrieben. Aber weil ich in dem Tierpark nicht nur einmal war, habe ich davon noch mehr tolle Fotos. Diesmal sogar ein paar von der Wonder Cave, die sich im Park befindet und zur Wiege der Menschheit, einem Unesco-Weltkulturerbe, gehört.

Gepard im Rhino & Lion Nature Reserve

Ein Gepard. Mein Lieblingstier noch vor dem Löwen

Blick aus der Wondercave in Südafrika

Das erste Bild zeigt übrigens die betende Mutter Maria, das zweite (falls man genug Fantasie hat) ein Äffchen.

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Man soll ja niemanden treten, der eh schon am Boden liegt, und normalerweise mache ich das auch nicht. ABER: Lieber Qualitätsjournalismus, ist DAS wirklich dein Ànspruch? Kriegen wir DAS auch, wenn es ein Leistungsschutzrecht gibt? Was soll das bringen, wenn du’s noch nicht mal mit den klassischen Medien gebacken kriegst?

Handelsblatt, 4. Juli 2011, S. 12

WTF? Aus dem Afrikanischen ins Englische

Und dass der entscheidende Hinweis, das Telefongespräch der Reinigungskraft mit einem einsitzenden Drogendealer, erst nach sechs Wochen aus dem Afrikanischen ins Englische übersetzt wurde, ist ein Zeichen für den unvorstellbaren Mangel an Professionalität.

Zu glauben, dass in Afrika Afrikanisch gesprochen würde, auch. *args*

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