Deutsche lieben Ordnung und Regeln, heißt es. Eben kam ein herumstreunender Holländer* (HH) in mein Zimmer und wollte das Passwort für den WLan-Zugang des Vermieters haben. Das Haus ist voll von DENEN und er fragt ausgerechnet einen Deutschen?

  • Ich: «Wohnst du jetzt hier?»
  • HH: «Nein, ich will nur mal meine Mails checken, geht auch ganz schnell.»
  • Ich: «Ähm, tut mir leid, das geht nicht. Mein Vermieter würde mich umbringen. Frag doch die anderen, ob sie dir das Passwort geben».
  • HH: «Die haben das aber nicht. Das ist im Rechner eingetragen und unkenntlich.»
  • Ich: «Du kannst ja gern schnell bei mir Mails checken.»
  • HH: «Ich will aber gleich noch ein paar Sachen runterladen.»
  • Ich: «Sorry, du fragst einen Deutschen. Wir Deutschen lieben Regeln. Das kann ich nicht machen. Frag doch einfach Selena, die muss das Passwort haben, weil ich ihr eine SMS geschickt hatte. Ich bin sicher, dass sie dir das Passwort gibt, wenn du sie fragst.»

Als der HH weg war, hat er sich mit einem von DENEN unterhalten und gelacht. Ich glaube, deutsches Verantwortungsbewusstsein wird vollkommen unterschätzt.

* Ich muss unbedingt wieder mehr Zeit mit Niels verbringen, sonst red’ ich über Holländer bald nur noch, als hätte ich Schimmel in der Wohnung.

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27 Feb 2010

Der Masterplan

(Kategorie: Textbeiträge)

Gestern habe ich Essen gekocht. Es gab leckeres Kartoffelpüree mit Frikadellen. Die Zubereitung dauert nicht lange, aber irgendwie haben es die Holländer*, mit denen ich dieses Wochenende ganz allein bin, es geschafft, in dieser kurzen Zeit sturzbetrunken zu werden.

Ich nehme an, dass sich heute keiner mehr an das leckere Essen erinnern kann. Aber erstaunlich finde ich schon, wie in so kurzer Zeit das letzte bisschen Zivilisiertheit abgestreift werden kann. Die haben nicht nur gebrüllt wie die Paviane, sondern auch noch die halbe Inneneinrichtung demoliert. Irgendein Trottel hat eine VHS-Kassette auseinandergenommen und die Gemeinschaftsräume dekoriert. Wirklich übel sah es heute morgen aus (ich hatte mich nach dem Essen in meinem Zimmer versteckt zurückgezogen), weshalb sich die Putzfrau** heute morgen genötigt sah, sich bei der Land Lady zu beschweren. Die hat dann auch ordentlich rumgekeift. Viel habe ich nicht verstanden, außer «jokes like that»*** und «What tape?»

Als ich mich neulich schon über DIIIIHIIIIEE mokierte, meinte jemand, dass DIE jetzt nur deshalb hier drin sitzen, weil mir der Abschied (in nicht mal mehr drei Wochen!) von Südafrika nicht so schwer fallen soll. Oh ja, die Idee einer großen Verschwörung zu meinem Gunsten, quasi eines Masterplanes, gefällt mir.

Zum Glück hatten DIE wenigstens keinen Sex**** auf dem Esstisch, und ins Essen haben sie mir auch nicht gekotzt. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.

Nachtrag: Als die Putzfrau gerade grimmig-schweigend in der Küche stand, konnte ich es mir nicht verkneifen: «Ja ja, in zwei Wochen sind Julia und ich nicht mehr da. Das heißt, dass hier NUR NOCH HOLLÄNDER wohnen werden. Eines Tages werden Sie uns vermissen und zurückdenken: Oh, damals mit Julia und Ali war das alles so entspannt.»

* Die ich ab sofort nur noch DIE, oder penetranter DIIIIHIIIIEE nenne.
** Ich hätt schwören können, gehört zu haben, wie sie dachte: «Oh Gott, Arbeit!»
*** Neulich wurden drei Glühbirnen aus der Küche gestohlen. Ich glaub aber, dass das einer von DENEN war.
**** Aber ziemlich anzügliche Witze wurden schon gemacht. Da hatte ich schon Mitleid mit der Holländerin.

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26 Feb 2010

Humor

(Kategorie: Textbeiträge)

Im Leben gibt es Situationen, in denen man echt humorvoll sein muss. Ich z.B. bin froh, dass ich ‘ne gehörige Portion Humor abbekommen habe, ansonsten würde ich wohl meinen Autovermieter und meine holländischen Nachbarn, die übrigens gerade die Inneneinrichtung demolieren (nur die Holländer, nicht mein Vermieter), erschlagen.

Humorvoll sind wohl auch die Redakteure der südafrikanischen Zeitung «Mail & Guardian», die vermutlich ziemlich oft ziemlich bescheuerte Anfragen bekommen.*

Bei den Kontaktdetails des Unternehmens finden sich verschiedene Kontakszenarien (Case Studies?), mit denen die richtigen Kontaktinformationen an den Mann gebracht werden sollen. Klickt man zum Beispiel auf «Ich möchte gern für Sie schreiben», erhält man alle wichtigen Informationen, die für eine Autorentätigkeit gebraucht werden. Und wie steht’s um idiotische Fragen? Hier zwei exemplarische Fälle:

  1. Ich möchte gern Verbindung mit Herrn Sowieso aus Johannesburg/Nigeria aufnehmen. Kennen Sie den?
  2. Ich arbeite an einem Schulprojekt und wünsche von Ihnen Informationen über Afrika. (Haha, der Klassiker unter dummen Anfragen. Immer schön konkret werden).

Scrollt man weiter runter, gibt’s die Antwort unter dem Stichpunkt «Idiotische Anfragen».

«Afrika ist ein riesiger Kontinent mit mehr als fünfzig Ländern und einer halben Milliarde Menschen.** Weder kennen wir, die Menschen auf diesem riesigen Kontinent, uns alle untereinander noch haben die Mitarbeiter dieser südafrikanischen Zeitung die Kapazität, wirklich jedes Detail eines jeden Landes zu wissen, wir bieten keine Unterkünfte an und arbeiten auch nicht als Reiseagentur. Bitte beschränken Sie sich in Ihren Anfragen so weit wie möglich auf den aktuellen Inhalt der Zeitung.»

Zu der Antwort kommt man übrigens auch, indem man auf die Fragen klickt. Eigtl. sollte die Ansicht automatisch zu der Antwort springen, die durch einen internen Link namens «#idiots» gekennzeichnet ist. Lustigerweise gelangt man aber auf die Startseite der Zeitung zurück, auf der zurzeit ein Foto von Julius Malema zu sehen ist. Fehler? Botschaft?

* Was woll übrigens der Grund sein könnte, dass ich da seit Stunden niemanden erreiche.
** Die Antwort steht da wohl schon eine Weile. Momentan sind es so wohl um die eine Mrd. (Stand: 2009).

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26 Feb 2010

Fast vergessen….

(Kategorie: Fotobeiträge)

Nun hätt ich fast vergessen, mich selber zu loben. Im Dezember und Januar hatte ich ja Besuch aus Deutschland. Vier Freunde sind gekommen — und alle vier Joburg-Küken sind wieder unversehrt in den Flieger gestiegen. In einem Land, in dem jährlich mehr als 18.000 Menschen umgebracht und rund 40.000 vergewaltigt werden, grenzt das fast schon an ein Wunder.

Ich glaub, ich steig ins Sicherheits- und Tourismusgewerbe ein. :)

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26 Feb 2010

Irgendwie allein…

(Kategorie: Fotobeiträge)

Einsamer Elefant im Pilanesberg Nationalpark

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