12 Aug 2010

«Sommerlich kalt»

(Kategorie: Textbeiträge)

Definition von Sommer:

«Som|mer, der: wärmste, zwischen Frühling und Herbst liegende, Jahreszeit; Ggs. Winter; ein warmer, verregneter S».

Und weiter:

«Ansonsten gilt der Sommer auch als die Jahreszeit der gesteigerten Lebensfreude. Dieses wird besonders auf, durch die höheren Temperaturen veranlasste, Aufenthalte im Freien zurückgeführt, wodurch die Natur vermehrt wahrgenommen wird».

Aktuell in Leipzig: 17°C, starker Regen. Ich! will! hier! raus!

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Als ich ein paar Wochen in Joburg war, startete gerade eine Aktion mit dem Namen «You make Joburg great!» (YMJG) durch. Auf dem Joburg Day, auf dem ich ebenfalls war, und bei vielen anderen Events fanden sich Leute mit Schildern, die da verkündeten: Joburg ist großartig. Wegen euch.

Verantwortlich für die Kampagne ist die südafrikanische Marketingfirma Penquin International, die sich mit Auftrag der Stadt zum Ziel gesetzt hat, die guten Seiten von Joburg hervorzuheben. Eine nette Aktion, die Johannesburg bitternötig hat. Eines der größten Probleme der Stadt dürfte ihr schlechter Ruf sein. Johannesburg wird unweigerlich mit Kriminalität, Armut und grauer Großstadt verknüpft. Typisch Afrika eben. Bei Kapstadt, das nicht minder gefährlich ist, sieht das Bild ganz anders aus. Hier kann man prima Urlaub machen, Wein schlürfen, Surfen usw. Dabei bietet sich gerade der Touristenmagnet Kapstadt prima an, Urlauber um ihre Habe zu erleichtern.

Natürlich entstehen bei uns solche Eindrücke, weil wir Südafrika aus unserer deutschen aufgeräumten Sichtweise betrachten: Bei denen da unten ist das mit der Kriminalität ja ganz normal, bei uns ist es viel sicherer. Jedoch sollte man auf der Suche nach den Ursachen für das schlechte Image Joburgs den Anteil der Einwohner nicht außer Acht lassen. Denn die haben selber ein Problem mit ihrer Stadt.

Noch heute sind die Einflüsse der Apartheid sehr gut zu sehen, was sich insbesondere an dem Umgang mit den Menschen untereinander zeigt. Sie leben größtenteils nach ihrer «Rassenzugehörigkeit» getrennt und reden kaum mit-, sondern mehr übereinander. Die arme schwarze Bevölkerung lebt in Townships an den äußeren Rändern der Stadt, die Wohlhabenden, und das sind zu einem großen Teil die Weißen, verbarrikadieren sich in den guten Gegenden. So sind es denn auch die Südafrikaner selbst, die Ausländer vor der jeweils anderen Seite warnen: Geh bloß nicht dorthin. Da wirst du sofort von den Schwarzen überfallen. Pass bloß auf, dass du nicht von den Weißen übervorteilt wirst. Alle Weißen nehmen dich nicht ernst usw. In einem solchen Klima ist es eher schwierig, eine angenehme Beziehung zu seiner Stadt aufzubauen. Mit YMJG soll sich das nun ändern.

Die YMJG-Kampagne setzt stark auf Social Media, nutzt aber auch andere Medien wie Radio und Zeitungen, um auf sich aufmerksam zu machen. Neben einem auf Youtube veröffentlichen Video bieten die Verantwortlichen außerdem noch eine Facebookgruppe an.1 Beworben wird die Aktion aber auch mittels Promotions vor Ort, z.B. durch Aktivitäten auf Veranstaltungen wie dem Joburg Day.2

Die Macher geben an, dass sie mit der Aktion den Stein ins Rollen bringen wollten und jetzt auf Folgeaktionen hoffen würden. Ein Imagewandel wäre der Stadt zu wünschen. Denn sie bietet viel Interessantes, wozu nicht zuletzt deren Bewohner zu zählen sind.

  1. Nach eigener Aussage ist YMJG auch auf Twitter aktiv, da habe ich aber nur einen inaktiven Account gefunden.
  2. Könnte natürlich auch wieder bzgl. der Verbreitung an möglichst unterschiedliche Menschen problematisch sein. Auf Veranstaltungen wie dem Joburg Day sind überwiegend Weiße zu finden und auch die Internetpenetration liegt immer noch bei mageren 10,8 Prozent, wovon die meisten auch wieder weiß sein dürften.
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Ich war heute mal wieder beim Zahnarzt. Das vierte Mal hintereinander innerhalb kürzester Zeit und immer beim gleichen. Da ich kein besonders entspanntes Verhältnis zu dieser Zunft habe, darf ich zurecht stolz auf mich sein.

Weil der Arzt gerade noch anderweitig beschäftigt war, hatte ich Zeit, mich im Behandlungszimmer umzusehen. Dabei fand ich nebenstehendes Gerät. Ich habe bisher nicht rausgefunden, wozu so ein computer controlled x-ray timer gut ist, allerdings finde ich eine Abbildung von Gebissen und den Namen «Trophy» für «Trophäe» doch eher problematisch. Das rangiert in etwa in derselben Kategorie wie die Erklärung einer «professionellen» Zahnreinigung: «Also Herr Himpenmacher, wir kratzen da mit einem Haken unter dem Zahnfleisch rum und brechen dort den Zahnstein raus». Falls Sie’s nicht wussten: Das ist noch unangenehmer als eine gewöhnliche Behandlung bei einer normalen Untersuchung.

Toppen kann das ja nur noch eine mäßig lustige (aber wenigstens schnuckelige) Prophylaxeschwester: «Ha ha, ich arbeite zwar bei einem Zahnarzt, gehe aber selbst nie zu einem, weil ich selber Angst habe, ha ha.» Zum Glück für sie hatte ich gerade einen Haken im Gesicht.

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7 Aug 2010

Mein Blog ist wieder da!

(Kategorie: Textbeiträge)

Nach einem Tage andauernden Nervenkrieg ist mein Blog jetzt wieder für die Allgemeinheit zu erreichen. Was war passiert? Nichts gutes. Und schuld ist 1und1.

Ich hatte mein Webangebot bei 1und1 gekündigt, weil deren Service einfach unter alle Sau ist und andere Anbieter einfach mehr für das gleiche Geld bieten. Gerade wenn es an Kündigungen und dergl. geht, verzögert 1und1 ja gerne mal die Prozesse, sodass man schon mal ein Jahr länger an die Trottel gefesselt ist, sofern man sich nicht die Mühe macht, langanhaltend zu protestieren. Hab ich mir vergangenes Jahr gespart, weil ich während meines Afrikaaufenthaltes kaum Nachteile hatte.

Nun rückte also der 31.07. näher. 1und1 konnte es gar nicht erwarten, meinen Webauftritt schnellstmöglich zu eliminieren. Noch vor Ablauf meines Vertrages war alles weg. Zum Glück hatte ich ein paar Wochen vorher ein Backup gemacht, sodass mir nur fünf Artikel verloren gegangen sind. Dem Google-Cache sei Dank konnte ich aber auch die wiederherstellen. Zwar war der Saftladen sehr schnell mit der Löschung meines Webauftritts, aber die AuthCodes, die man für die Übertragung von Domains (hier: himpenmacher.de) zu einem anderen Anbieter benötigt, musste ich erst mehrfach erbitten. Das war der Grund, warum der Blog bis einschließlich heute nicht wie gewohnt erreichbar war.

Als nächstes werde ich die verlorenen Artikel wieder ins System eintragen und hier und da noch ein paar Änderungen vornehmen. Danach habe ich hoffentlich wieder mehr Zeit, andere Beiträge zu schreiben.

Sicherlich werde ich den Blog auf diese Weise nicht ewig weiterführen. Nach hoffentlich baldigem Ende meines Studiums werde ich mir Gedanken über einen neuen Blog machen. Der Bestandteil «Afrika» ist ja doch zunehmend irreführend, je weiter mein Afrika-Trip zurückliegt.

Nachtrag: Nun sind auch die fehlenden Artikel und Kommentare wieder vorhanden. Außerdem sind jetzt auch Wordpress und Plugins auf dem allerneuesten Stand.

Und für alle, die selbst mal mit ihrem Wordpressblog zu Alfahosting ziehen wollen, drei wichtige Tipps:

  • Noch ist bei Alfahosting standardmäßig php4 eingetragen. Unter Umständen funktionieren aktualisierte Plugins aber nicht mehr mit php4. In den «Experteneinstellungen» von Alfahosting kann man durch einfaches Auswählen php5 einstellen. Ein Gefummel in einer .htaccess-Datei erübrigt sich.
  • Vermutlich wird eine .htaccess-Datei den Zugriff zum Blog verweigern, sobald man die Einstellung für Permalinks ändern möchte. Mit einem Trick sollte man das Problem aber schnell lösen können.
  • Wenn man vor seinem Umzug Einstellungen an den Permalinks vorgenommen hat, dann dürften alle internen Links ins Leere führen. Das Problem sollte gelöst sein, wenn man einfach zuerst «default» und anschließend wieder die gewünschte Einstellung aktiviert.
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Von Sonntag bis Dienstag war ich wegen eines Vorstellungstermins in Berlin. Das Gespräch war ganz ok, auch wenn ich mich hätte besser schlagen können. Aber ansonsten war es auch ganz nett in der heimlichen schwäbischen Hauptstadt.

Genächtigt habe ich in Gabriels WG im wunderhübschen Berliner Bezirk Wedding. Ich würd’s ehrlich verstehen, wenn dort öfter die Polizei vorbeischaut. Im Bezirk, nicht in der WG! Meine Güte, da laufen ja Gestalten rum. Als ich im Anzug durch diese Gegend lief, fühlte ich mich reichlich deplatziert.

Als wir am ersten Abend noch ein wenig in der WG-Küche plauderten, huschte auf einmal irgendwas Schwarzes im Augenwinkel rum. Schnell, spätestens jedoch, nachdem die Mitbewohnerin «Aaaah, eine Fledermaus!!» kreischte, war klar: eine Fledermaus!

Während sich die beiden möglichst weit von dem Zimmer mit der Fledermaus fortbewegten, lief ich zu dem lautlosen Killer hin: «Lasst mich durch! Ich war in Afrika!» Immerhin bin ich ja durch meine vielfältigen Südafrikaerfahrungen leidgeprüft. Was will mir da schon eine Weddinger Fledermaus???

So ein lautloses, anscheinend nimmermüdes Flugtier ist schon beeindruckend. Das flog sicher zehn Minuten im Zimmer rum und wollte partout nicht das Zimmer verlassen, obwohl wir zwei Fenster geöffnet hatten. Irgendwann klebte sie dann doch am Fensterrahmen. Weggeflogen ist sie, als ich sie mit Klopapier angestupst habe. Einen Stift zu nehmen, wurde mir ja von den Anwesenden verboten!

Nachdem ich nun sechs Monate in Südafrika war, bin ich ziemlich unempfindlich gegenüber (Ekel)tieren geworden. Als Großstädter konnte ich mit keinem Tier etwas anfangen, dass nicht flauschig oder anderweitig irgendwie knuffig war. Mittlerweile habe ich meine Spinnenphobie überwunden, finde Eidechsen faszinierend und ich renne auch nicht wegen einer Fledermaus kreischend durch die Gegend. So ein Trip in die «Wildnis» kann Wunder bewirken…

Nachtrag, 22. Juli: Also nur weil ich geschrieben habe, dass ich meine Spinnenphobie überwunden hatte, heißt das ja noch lange nicht, dass eine Spinne ein Netz quer durch die Küche spannen muss und eine andere, eine eklige, riesige Springspinne, die viel rumspringt, sich direkt neben meinem Kopf an der Wand niederlassen soll. Ist ja widerlich!

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