16 Mai 2010

Medienlese Südafrika (3)

(Kategorie: Textbeiträge)
  1. «F… wie Fifa»
    (zeit.de, Bartholomäus Grill)

    «Besonders verhasst sind Blatter und seine Junta bei den Hawkers, den fliegenden Händlern, die die Schlachtenbummler mit Speis und Trank und Fanartikeln versorgen, seit am Kap Fußball gespielt wird. Die Fifa schützt ihre milliardenschweren Sponsoren, deshalb darf außer ihnen niemand die Symbole, Slogans und Logos des Weltcups verwenden. Selbst das WM-Jahr ist tabu.»

  2. «Der Terror der ‹Roten Ameisen›»
    (taz.de, Martina Schwikowski)

    «Vor der Fußball-WM verjagen private Sicherheitsangestellte illegale afrikanische Flüchtlinge in Johannesburg. Deren Behausungen sind im Griff von Gangstern.»

  3. «Risse im Regenbogen — Südafrikas unsichere Zukunft»
    (SWR-Auslandsreporter, Richard Klug, Video)

    «Wenige Wochen vor dem Anpfiff zur ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden gehen die Menschen in Südafrika auf die Barrikaden. Sie protestieren gegen unfähige und faule Kommunalbeamte. Vor allem in den Townships, jenen allgegenwärtigen Elendsvierteln der Regenbogennation, funktioniert oft nichts. Kein Wasser, kein Strom, keine Müllabfuhr.»

  4. «Fähnchen im Wind»
    (Coffee and TV, Lukas Heinser)

    «Als ich hörte, dass ‹Wavin’ Flag› die Hymne der Fußball-WM werden soll, dachte ich: ‹Geil. Endlich mal nicht so ein aufgedrückter Mist wie Anastacia›. Nun ja: ‹Wavin’ Flag› ist der Werbesong eines Limonadenherstellers, der weder mit Afrika noch mit Fußball sonderlich viel am Hut hat. Aus dem Text wurden die allermeisten Verweise auf Armut, Hunger und Krieg getilgt, jetzt wird nur noch lustig gefeiert.»

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6 Mai 2010

Don’t dutch me!

(Kategorie: Textbeiträge)

«Wer je einen Pauschalurlaub unternahm und bei dieser Gelegenheit ein Hotelzimmer bewohnte, das neben einem Zimmer lag, welches von einer Sippe holländischer Pauschalurlauber bewohnt wurde, der weiß: Die Deutschen halten in puncto Peinlichkeit im Ausland nicht den Weltrekord [...] Es stimmt zwar, dass die Deutschen einen Ehrgeiz entwickeln, morgens um sechs um den Hotelpool zu schleichen und die vorderen Liegen mit adidas-Handtüchern zu belegen. Die Holländer tun dies aber nur deshalb nicht, weil sie bis früh um vier auf dem Zimmer saufen, singen und grölen.»

Obwohl ich die Buchkritik zu Thommy Jauds «Hummeldumm» doch reichlich polemisch finde, bin ich der Meinung, dass man nicht schöner ausdrücken kann, was an Holländern so «anstrengend» ist. Nach meinem Afrikatrip bin ich ja nun ordentlich oranjegeschädigt und wünsche mir nicht sehnlicher, als das Holland in der Vorrunde der Fußball-WM rausfliegt; nur damit wir zu unseren Nachbarn sagen können: «Ätsch!» Dabei mache ich mir noch nicht mal was aus Fußball.

Ich glaub, ich habe noch gar nicht darüber berichtet, dass es einige negative Verwendungen des englischen Wortes «dutch» für «holländisch»/«Holländer» gibt. Gemerkt habe ich mir nur noch eine, weil ich öfter mit dem Ausdruck konfrontiert wurde: «to go dutch» Diese Wendung fiel immer als eine Alternative, wenn es an das Bezahlen einer Restaurantrechnung ging: «We could either divide the bill by the people or go dutch.» In Südafrika habe ich gelernt, dass Holländer üble Geizkragen sind und wirklich nichts unversucht lassen, nicht mehr zu zahlen, als sie konsumiert haben. Daher neigen sie dazu, peinlich genau auszurechnen, wie viel jeder zu zahlen hat. Erlebt habe ich das oft und ich frage mich noch heute, warum Holländer überhaupt fragen, ob man das jetzt so oder so machen wolle. Sie bevorzugen wirklich gern die Variante «to go dutch».

Während des Zusammenhausens (von Zusammenleben kann ja keine Rede sein) mit den Holländern kam mir übrigens die Idee, vielleicht einen weiteren Ausdruck zu etablieren: «Don’t dutch me» für «Geh mir nicht auf den Sack». Weitere Vorschläge?

P.S.: Tut mir leid, dass ich gerade mit aktuellen Beiträgen hinterherhänge, aber in mir sträubt sich immer noch einiges, dass ich jetzt wieder in Deutschland bin. Und es will und will einfach nicht warm werden. Heute wurden 10 Grad erreicht. Trotz Sonnenscheins. Im Mai. Ich versuch aber, mich schnell wieder einzuleben und dann schreib ich auch wieder viel mehr Beiträge.

Nachtrag, 14. Mai: Eben fand ich noch eine negative, aber sehr, sehr lustige Verwendung für «dutch», nämlich «dutch oven»:

The act of throwing out a vicious, obnoxious fart in bed and then holding the head of a loved one underneath the sheets, either until they pass out or better still vomit.

Man (ich glaub, nur Männer würden das tun) furzt ordentlich unter die Bettdecke und zieht diese dann über den Kopf eines geliebten (!) Menschen, der dann schnüffeln darf. Ich kann mir nicht helfen: Ich muss bei dem Gedanken einfach lachen. Meine Mitbewohnerin findet das nicht lustig und hat jetzt ganz sicher ein schlechtes Bild von uns Männern, weil ihr Bruder das Thema am Küchentisch zur Sprache brachte. Er hat anscheinend auch einen anderen Humor als seine Schwester.

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Mir fällt gerade absolut nichts Knackiges zu dem Video ein:

Planetopia — WM-Land Südafrika

Daher nur eine Aufzählung, was alles an dem Beitrag falsch, mindestens jedoch fragwürdig ist:

  • Die Todeszahl von 50 Menschen täglich bezieht sich nicht nur auf Kapstadt, sondern auf ganz Südafrika.
  • Man trägt den Rucksack eben nicht vorn, um gerade nicht als Tourist aufzufallen.
  • Zu Fuß kann man sich nach Ladenschluss schon bewegen. Nur sollte man sich umsichtig verhalten und bestimmte Gegenden wie das CBD von Johannesburg meiden.
  • Im Beitrag echauffiert sich die Reiseleiterin darüber, dass Touristen als solche auffielen. Gezeigt werden Menschen, die z.B. mit umgehängten Taschen rumlaufen. Die Reiseleiterin (später auch der Reporter) macht das auch. Logik?
  • Weder in Kapstadt noch in Johannesburg sind mir so viele Menschen untergekommen, die mit Kameras um den Hals baumelnd durch die Gegend liefen. Selbiges gilt für die Rucksäcke in den Autos. Mir kam das doch recht gestellt vor.
  • Keine Wertsachen einzustecken, ist ausgesprochen leichtsinnig und schränkt zudem unnötig ein. Erstens will man z.B. Fotos machen und zweitens braucht man eine “Lösegeld”, falls man doch überfallen wird. Erfolglose Gangster können sehr aggressiv werden.
  • Als Tourist in einem Township zu übernachten, halte ich für recht leichtsinnig. Man kennt sich schlicht nicht aus und der Tourguide steht auch nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. (Ich lass mich gern korrigieren.)

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Gefunden habe ich diese typisch deutsche Drohung in einer Videothek in Donauwörth. Da fällt mir eigentlich nur noch eins ein: Eish! (Ich mag besonders den ersten Beispielsatz.)

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7 Apr 2010

Local is lekker!

(Kategorie: Fotobeiträge, Textbeiträge)

Da ich immer noch Südafrika hinterhertrauere, habe ich gestern ein lekkeres (!) Gericht gezaubert: Hähnchen-Curry mit Couscous. Couscous ist zwar nicht typisch südafrikanisch, sondern ein Grundnahrungsmittel in Nordafrika, jedoch verbinde ich auch Südafrika damit. Denn dort habe ich es erstmals und mehrmals gegessen.

Curry ist für die meisten Deutschen ganz sicher typisch indisch, allerdings findet man solche Gerichte auch in Südafrika, weil ja viele Inder nach Südafrika ausgewandert sind. Ergo: Hähnchen-Curry mit Couscous ist eine sehr gute Idee, um in Erinnerung zu schwelgen.

Das sieht ein bisschen viel aus. Der Eindruck täuscht. Die Teller sind nur ziemlich klein! Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Couscous über Nacht in meinem Bauch weiter gequollen ist. Autsch!

Noch ein kleiner Tipp: Laut Anleitung soll man das Couscous gleich in gesalzenes Wasser gegeben. Am besten ist es, wenn man es vorher kurz in Butter anbrät. Dann schmeckt es besser und verklumpt auch nicht, wenn man das Wasser hinzugibt.

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