22 Feb 2011
Hamburger Rassismusdebatte

«Den Holocaust leugnest du doch auch nicht»

(Kategorie: Textbeiträge, Videobeiträge)

Der Asta der Uni Hamburg produzierte einen Imagefilm, der schon vor der Premiere heftige Kritik auslöste und dem Ausschuss Rassimus- und Sexismusvorwürfe einbrachte. In der damit verbundenen Debatte glänzen beide Seiten mit dünnen Argumenten und einem fragwürdigen Diskussionsverständnis.

Noch ehe der Film seine Uraufführung erlebte, waren die ersten Rassismusanschuldigungen in der Welt. Weil der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni Hamburg (Asta) in einer Ankündigung auf gospelnde und «farbenprächtig gewandete afrikanische Reinigungskräfte»1 hinweist, die sich gegen flyerverteilende Studenten zur Wehr setzen, wurde ihm vorgeworfen, rassistische und sexistische Klischees zu bedienen. Ralph Henke vom Black Students Network (BSN) etwa beschwert sich darüber, dass die Frauen als primitiv dargestellt würden.

In Windeseile schusterte das BSN vor der Aufführung des Films einen Flyer zusammen, wonach sich die schwarzen Studenten «denunziert» fühlten, ohne dabei Platz für Argumente zu verschwenden. In einer weiteren Erklärung nach Premiere, diesmal an den Regisseur des Films, gab das Netzwerk an, seine Befürchtungen um ein Vielfaches übertroffen zu sehen: «Die gesamten 9 Minuten sind gefüllt von plumpem Rassismen und anderen Formen der Diskriminierung» [sic!]. Wo genau diese Rassismen zu finden sind, außer vielleicht in der Szene am Anfang, die am Ende des Films noch mal aufgenommen wird, verrät das BSN nicht.

Ähnlich sehen das die Witzbolde des sozialistisch-demokratischen Studierendenverbandes (Die Linke.SDS). Die wollen gar erkannt haben, dass sich rassistische Klischeebilder nicht nur abstrakt zeigten, sondern wie ein «roter Faden durch den Plot» zögen. Beispiele für die steile These? Fehlanzeige.

Schnell zeigte sich, dass der Kritikerseite nicht an einer konstruktiven Diskussion gelegen zu sein scheint, sondern sie nur ihre Ansichten kundtun will. Oft schießen die Kritiker übers Ziel hinaus, indem sie eine Argumentation bemühen, die in Rassimusdiskussionen zwar häufig gerechtfertigt ist, in der Debatte um den Imagefilm jedoch deplaziert wirkt. Es würde mich schon interessieren, warum Afrikaner nicht «putzenderweise» in einem Film gezeigt werden dürften (ca. 26. Min. im Mitschnitt). Die Kolonialgeschichte, auf die in der Diskussion verwiesen wird, kann kaum als Argument dienen, würde dies doch bedeuten, dass die Reinigungskräfte in dem Film als minderwertig oder evolutionär rückschrittlich charakterisiert werden, was hier aber definitiv nicht zu erkennen ist.

Auch die GEW-Studis veröffentlichen eine Analyse — mit einigen Schwächen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Studis interpretieren eines der Ankündigungsbilder zum Film in der Weise, dass ein einheitlicher weißer Block von Studenten von einem schwarzen Block Menschen verfolgt würde, und fragen sich: «Welche diffusen (‹europäischen›) Ängste sollen damit eventuell heraufbeschworen werden? Welche gesellschaftlichen Ungleichheiten sollen hier naturalisiert werden?» Womöglich sind meine Augen nicht mehr so gut, aber auf allen Fotos und im gesamten Film finde ich nur zwei schwarze Putzkräfte, die andere wirkt auf mich dagegen eher blass. Für welche Ängste die wohl steht?

Aufführung des Asta-Imagefilms

Besonders geärgert habe ich mich aber über das Verhalten des Medienwatchblogs Der Braune Mob,2 der u.a. die stereotype Darstellung schwarzer Menschen in den Medien anprangert und Aufklärungsarbeit betreibt. So wirft er dem Asta die Präsentation weißen Überlegenheitsdenkens vor und verweist in den Kommentaren auf andere sehr einseitige Diskussionen. Eine Debatte bzw. kritische Stimmen scheinen dort jedoch nicht willkommen zu sein. Zwar wird ein einschläfernder offener Brief veröffentlicht, in dem sich die Unterzeichner über ein fragwürdiges Demokratieverständnis des Astas beschweren, weil man unter seiner Erklärung keinen Möglichkeit findet, sein Missfallen zu bekunden, aber es einen Facebook-Button mit der Aufschrift «Gefällt mir» gibt. Und auch eine den nichtweißen Schauspielerinnen unterstellte «Kollaboration» wird unkommentiert veröffentlicht. Jedoch weigert sich der Braune Mob, meinen kritischen Kommentar (vielmehr kritische Frage) und meine darauf folgende Nachfrage zu publizieren. Dem passen offbar auch nur Solidaritätsbekundungen ins Konzept.

Und der Asta? Der bedient sich bei seiner Verteidigung gängiger Argumentationsmuster, die in der Sache keine Stellung beziehen, sondern allenfalls Allgemeinplätze beinhalten. Bspw. erklärte Timo Hempel, Kulturbeauftragter des Astas, bereits während der Vorführung, dass es sich bei dem Film doch nur um Satire handele und die Klischees auch als solche erkennbar seien; und auch eine Antwort auf der Webseite des Astas stellt lediglich allgemein dar, was eh schon klar war: Dass Rassismus schlecht ist und etwas dagegen getan werden muss. Die obligatorische Belehrung zur Problematik der Fremd- und Selbstbezeichnung fehlt freilich auch nicht. So gesehen ist der Umgang des Astas mit Kritik der eigentliche «Skandal». Studenten, die von ihm eigtl. vertreten werden sollten, kritisieren einen Film und der Asta lehnt sich schulterzuckend zurück und denkt sich: «Na und?»

Wie wenig der Streit auf eine konstruktive Auseinandersetzung ausgelegt zu sein scheint, zeigte sich besonders gut bei der Premiere des Films. Vor Beginn der Ausstrahlung verlasen die Kritiker («von vorne bis hinten rassistisch» — ohne den Film gesehen zu haben, wohlgemerkt) und Hempel lediglich Verlautbarungen und das Publikum störte permanent, insbesondere auch während der Filmvorführung. Wenn Hempel was sagte, buhten sie, und auch die «Diskussion» im Nachgang war alles andere als konstruktiv. Sich bei der Betrachtung des Videos selbst eine Meinung zu bilden, fällt da schwer. Die Kritisierten kommen kaum zu Wort, sollen aber Stellung beziehen. Mir scheint, die Kritiker wissen nicht so recht, was sie wollen. Für den Godwin Award qualifizierte sich dann noch eine Zuschauerin, die einer der Putzkraft-Darstellerinnen zurief: «Den Holocaust leugnest du doch auch nicht!» Dem geistigen Totalausfall vorausgegangen war die Feststellung, dass die Putzszene die Opfer des Kolonialismus verhöhne, was die Schauspielerin vielleicht gar nicht wisse, worauf diese entgegnete: «Jetzt werde ich als doof und unwissend dargestellt».

Problematisch bei solchen Diskussionen ist auch die zuweilen ausgesprochen selektive Wahrnehmung. Unmut erregte etwa die im Film gestellte Frage: «Wer sind diese faszinierenden jungen Leute, die sich hier der Urgwalt von Werktätigkeit und Folklore entgegenstellen?» Kritiker meinen, darin den Stereotyp des primitiven Afrikaners wiederzuerkennen. Das Wort «Urgewalt» in Kombination mit Schwarzen kann wohl nur das eine bedeuten. Dass damit vielleicht aber auch nur die Gegenüberstellung der für Ordnung sorgenden Arbeiter- und der unordentlichen Studentenschaft gemeint sein könnte, wird gar nicht erst in Betracht gezogen.3

Bei einem solchen Verhalten ist klar, dass sich die Kontrahenten trennen würden, ohne sich bzgl. des Problems zu einigen. Vielmehr dürfte sich auf der Kritikerseite die Ansicht gefestigt haben, dass Hempel ein chauvinistischer Arsch ist. Auf Seiten des Astas dürfe die Meinung bestätigt worden sein, dass es sich bei den Kritikern um linke Spinner handelt. Angeblich soll Hempel diese gar als «Linksextremisten» bezeichnet haben.

Ohne Frage: Der Film ist abgrundtief schlecht, zumal er kaum auf die Arbeit eines Astas eingeht. Insbesondere ist den Studenten der Uni Hamburg zu wünschen, dass für den Quark nicht, wie von Indymedia behauptet, 10.000 Euro verschwendet wurden.

Auch ich finde die Darstellung von Schwarzen, die ausgerechnet gospelsingend durch die Flure huschen, leicht nervig, erinnert sie doch all zu sehr an das Klischee eines immer fröhlichen Afrikaners. Jedoch ist an den Vorwürfen, wie sie in der unangebrachten Vehemenz geäußert werden, kaum handfestes dran. Betrachtet man nur die Kommentare zum Film, muss man fast annehmen, der Asta-Film sei im Schnittraum der PI-Clowns entstanden. Weniger Aufgeregtheit würde der Rassimusdebatte guttun.

[Disclosure: Ich bin schwarz und war Mitglied in einem Gospel-Chor. Manchmal singe ich während der Arbeit.]

  1. Der Text wurde mittlerweile geändert. Jetzt ist fehlt das Wort «afrikanisch».
  2. Was übrigens der Grund für diesen Artikel ist.
  3. Wer schon mal an der Uni Plakate geklebt hat, dürfte wissen, wie geschwind die mit allerlei anderen Plakaten, Flyern und Zettelchen überklebt sind. Und vor allem wie schnell die vom Reinigungspersonal wieder entfernt werden.
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17 Feb 2011

Zufälle gibt’s…

(Kategorie: Textbeiträge)

Da stöbere ich gestern auf der Webseite meines Gymnasiums rum und stelle mir daraufhin die Frage, was eigtl. jene Englischlehrerin macht, vor der ich das erste halbe Jahr auf der Schule so furchtbare Angst hatte.

Angst hatte ich, weil sie von uns immer verlangte, auf Englisch zu reden, und ich bis dahin dachte, dass mein Englisch der Mittelschule, äh, gut sei. Da hatte ich mich wohl geirrt. Es war eher mittelmäßig, wurde dann aber deutlich besser, weshalb ich später keinen Schiss mehr hatte — im Gegensatz zu Nicole, die immer wie ein Opossum in Schockstarre fiel.

Begeistert war ich später wohl auch, weil sie die erste und auch einzige schwarze Lehrerin war, die ich je hatte. Selbst später an der Universität dauerte es noch gut acht Jahre, bis ich wieder einen schwarzen Dozenten hatte. Das mag zwar komisch klingen, aber wenn man nicht mehr der einzige Schwarze unter einem Haufen Weißer ist, dann wirkt das schon entlastend.

Grundsätzlich spielt Hautfarbe eine Rolle. Nicht weil ich es so will, sondern weil mich die anderen als fremd klassifizieren. In der weißen Mehrheitsgesellschaft gilt man als Nichtweißer immer als Exot, den man notlos anstarren und aufgrund seiner Hautfarbe zu seinem Stammbaum ausfragen kann. Kritisiert man so etwas, muss man sich rechtfertigen, ob man nicht zu empfindlich sei. Als ich einmal in einer Diskussion für sie Partei ergriff, wurde ich vorwurfsvoll gefragt, ob ich ihr Sohn sei, wenn ich mich für sie einsetzte. Klar, wir Schwarzen sind alle miteinander verwandt. Kann ja gar nicht anders sein.

Und wer läuft mir heute über den Weg? Eben jene Lehrerin, die ich seit mindestens acht Jahren nicht mehr gesehen habe — und das just, als ich gerade unter höchstem Stress schnell noch was einkaufen wollte, damit ich die Bahn noch kriege, um nicht zu spät in der Knochenmühle anzukommen. Ärgerlich.

Aber wenigstens hat mir die Begegnung ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

(Ich verkneif mir aber lieber mal, an Leute zu denken, die ich nie leiden konnte, sonst laufen die mir auch noch über den Weg.)

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16 Feb 2011

Linktipps (2)

(Kategorie: Textbeiträge)
  1. Wallraff sieht schwarz
    (Nils Glück, FERNSEHKRITIK TV)

    In einem Gastbeitrag wird das Vorgehen Günther Wallraffs in dessen Film Schwarz auf Weiß bei der Aufdeckung von Rassismus gegenüber Schwarzen kritisiert. Nicht nur durch sein Aussehen, sondern insb. durch sein Verhalten würde er rassistische Reaktionen Beteiligter provozieren. Interessant hierzu ist auch die Diskussion im Forum von Fernsehkritik TV.

  2. Nazi-Leaks in der TAZ– Die geheimen Mails der NPD
    (Wolf Schmidt, TAZ)

    Der Taz u.a. deutschen Medien wurden mehr als 60.000 E-Mails der rechtsextremen Partei NPD zugespielt. In den Mails schreiben die Verfasser von «Bimbos» und «Negerkindern», und einer empfindet gar, dass auf einen Deutschen zehn Ausländer kämen.

  3. Demokratie in der globalisierten Welt — Sturm über Arabien
    (Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ)

    Reichlich positiv schreibt Frankenberger über die Zukunft heute noch autoritärer Staaten. «Für Länder ohne Freiheit ist in der globalisierten Welt auf Dauer kein Platz», weshalb es den Modernisierungsverweigerern nur noch eine Weile gelingen mag, Anpassung und Wandel hinauszuzögern. Gerade der Freiheitsdrang der Jungen wäre für die Entwicklung wichtig.

  4. Neo-Nazis in der Provinz — Die Politik des Wegschauens
    (Caroline Walter und Thomas Hinrichsen, PANORAMA)

    Das Stadtbild der sächsischen Stadt Limbach-Oberfrohna wird durch Nazis dominiert und die Politiker schauen weg. Probleme mit Nazis gebe es nicht, wer verprügelt wird, ist selbst schuld, und wenn doch mal ein Nazi auftaucht dann stammt er grundsätzlich nicht aus der Stadt.

  5. 15 Things worth knowing about Coffee
    (THE OAT MEAL)

    Eine Infografik bietet interessante «Fakten» über Kaffee.

  6. Keine Angst vor schwarz
    (Les Indivisibles, YOUTUBE, 2009)

    Die französische Gruppe Les Indivisibles dekonstruiert rassistische Vorurteile mithilfe einer gehörigen Portion Humor und Ironie. In einer Folge beschäftigt sich die Gruppe mit Bezeichnungen für schwarze Menschen.

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12 Feb 2011
Schockwerbung

Suff und schwere Jungs

(Kategorie: Textbeiträge, Videobeiträge)

Fahren unter Alkoholeinfluss ist in Südafrika ein großes Problem. Monatlich sterben rund tausend Menschen auf den Straßen. Initiativen versuchen mit mehr oder weniger aggressiven Anti-Alkohol-Kampagnen ein Bewusstsein für die Gefahren zu erzeugen. In einer aktuellen Kampagne warnt ein Getränkehersteller davor, als Frischfleisch im Knast zu landen.

Never drink and drive!

In einem aktuellen Spot sieht man verschiedene Männer, die davon erzählen, was für einen Partner sie sich wünschen. Das ganze erinnert an eine Partnerbörse. Einer wünscht sich jemanden, der schwierige Situationen mit einem Lächeln übersteht, wieder jemand sagt, dass er körperlich sehr fordernd sei. Schnell wird klar, dass es sich um Insassen eines Gefängnisses handelt. Der Spot spielt auf die Gefahr von Vergewaltigungen in Justizvollzugsanstalten an.

Verantwortlich für die Werbung ist der Getränkehersteller Brandhouse, der auf die Gefahren von Fahrten unter Alkoholeinfluss hinweist. Aufsehen erregte die Werbung Anfang Dezember. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war sicher nicht grundlos gewählt. Die monatliche Anzahl von Verkehrstoten steigt traditionell während der Hauptferienzeit, die sich in Südafrika auf die Weihnachtszeit erstreckt. Vom 1. Dezember 2010 bis zum 5. Januar 2011 starben über 1500 Menschen. Das ist zwar immer noch weniger als die 1700, die für den Vorjahreszeitraum ermittelt wurden. Vergleicht man die Anzahl jedoch mit der aus Deutschland, wird das Problem besonders deutlich: Im Jahr 2009 fielen Verkehrsunfällen etwa 4000 Menschen zum Opfer.

Belastbare Daten, wie viele der Unfälle auf den Genuss von Alkohol zurückzuführen sind, habe ich leider nicht gefunden. Unstrittig ist das Fahren unter Alkoholeinfluss jedoch ein großes Problem, gilt es doch vielen Südafrikanern als Kavaliersdelikt. Die Erfahrung habe ich häufig selbst machen müssen. Obwohl ich mehrfach drauf hinwies, dass mir die Rolle des «designated driver» zukam, wurde mir ständig Alkohol angeboten, gelegentlich begleitet von einem irritierten «So what?»

Spannend an solchen Werbekampagnen finde ich die Diskussionen, die sich um solch provokante Reklamen entspinnen. Bezüglich des Anti-Alkohol-Spots wurde behauptet, dass er rassistisch und sexistisch sei und zudem die durch Vergewaltigungen verursachten Leiden relativiere.

Sexistisch sei der Spot, weil er Männer als Sexbestien darstelle. Rassistisch sei er, weil er als Partnerbörse für Weiße anfinge und als Bedrohung durch Schwarze ende. Wieder andere argumentieren, dass Vergewaltigungen als Bestrafung für Alkoholsünder einkalkuliert würden. Beweise für derlei Behauptungen gibt es nicht. Wie auch, sind sie doch vollständig aus der Luft gegriffen. Der Spot zeigt lediglich eine (klischeehafte) Konsequenz einer Inhaftierung in einem südafrikanischen Gefängnis. Dass die prophezeite Vergewaltigung eine (womöglich legitime) Strafe für eine Alkoholfahrt sei, wird nirgends suggeriert.

Sicherlich kann man über die Machart der Werbung streiten. Sie mag geschmacklos sein, sicher auch nicht gerade südafrikanischen Gefangenen schmeichelnd. Allerdings dürfte es der Werbelandschaft und vielen anderen kreativen Bereichen wenig zuträglich sein, wenn so ziemlich alle Elemente entfernt würden, von denen sich irgendeine Gruppe beleidigt fühlt. Außerdem soll die Werbung zum Denken anregen.

Weitere Videos und Bilder der Kampagne finden sich auf der Webseite der Werbeagentur FoxP2.

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10 Feb 2011

Linktipps (1)

(Kategorie: Textbeiträge)
  1. Ab in den Urlaub — gemütliche Kolonial-Atmosphäre inklusive
    (Halfjill, AFRIKAWISSENSCHAFT)

    In einer Landesbeschreibung behauptet Expedia, dass die Beliebtheit Namibias nicht zuletzt auf die deutsche Kolonialvergangenheit zurückzuführen sei. Neben Schwarzwälder Kirschtorte fände man auch hier und da einen Reichsadler. Nicht grundlos regt Halfjill an, vom Feedback-Button auf der Expedia-Webseite regen Gebrauch zu machen.

  2. Abschiebung vereitelt — Wenn Fluggäste aufstehen
    (Christian Jakob, TAZ)

    Weil mehrere Fluggäste sich weigerten, sich hinzusetzen, nachdem sie einen gefesselten Afrikaner im Flugzeug entdeckt hatten, konnte dieses nicht in Richtung der malischen Hauptstadt Bamako starten. Damit wurde vorläufig die Abschiebung des Mannes verhindert, jedoch wurden die Demonstranten und weitere Passagiere, die sich spontan an der Aktion beteiligt hatten, festgenommen.

  3. Arms deal probe (2000-2010) is dead
    (Stefaans Brümmer et al., MAIL & GUARDIAN, 2010)

    Nach dem Ende der Apartheid entschied sich die frisch gewählte südafrikanische Regierungspartei ANC zur militärischen Aufrüstung des Landes und verhandelte mit verschiedenen Firmen, zu denen auch ein deutsches Schifssbaukonsortium gehörte, über die Vergabe von Aufträgen. Bei den Verhandlungen sollen hohe Summen Schmiergelder geflossen sein. Nach nunmehr zehn Jahren wurden die Ermittlungen faktisch eingestellt. In den deutschen Medien habe ich davon nichts gelesen.

  4. Die Rassentheorie von Austria’s Next Topmodel
    (Helge Fahrnberger, KOBUK)

    Eine Jurorin der österreichischen Topmodel-Version findet, dass es in der österreichischen Genetik zu viele Einflüsse von zu vielen Völkern gebe. Und Puls4 war sich nicht zu blöd, den Quark zu publizieren. Kommentarlos gelöscht haben sie es dann doch.

  5. Bier-Werbung — Brüder im Geiste1
    (Cécile)

    Cécile zeigt ein paar Spots der südafrikanischen Biermarke Castle und weist darauf hin, dass in den brüderlichen Reklamen immer mindestens ein Weißer, ein Schwarzer und ein Coloured zu sehen sind. Ist mir gar nicht aufgefallen.

  1. Link auf Wunsch der Autorin entfernt.
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