25 Nov 2011

Last Dictator Standing

(Kategorie: Videobeiträge)

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Nando’s für ihre leckeren gegrillten Hähnchen und ihre lustigen Werbespots liebe? Eigentlich ist Nando’s eine Fastfoodkette, die es u.a. in Südafrika und Großbritannien gibt, und daher eher nicht so verdächtig, ein Favorit von mir zu sein. Aber bisher war ich immer sehr begeistert von dem Essen dort.

Im Kopf hängen bleiben natürlich auch die ganzen Werbespots, die sehr kreativ und oft auch sehr witzig sind. Aktuell hat Nando’s einen Spot über Robert Mugabe, den simbabwischen Diktator, gedreht, der allein am Tisch sitzt, weil seine Diktatorenfreunde nicht mehr zum Essen kommen können. Verhindert ist z.B. Muammar Gaddafi.

Übrigens: Ich bin nicht gestorben. Demnächst kommen mal wieder mehr Artikel.

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27 Sep 2011
Buchkritik

Kap der Finsternis

(Kategorie: Textbeiträge)

Roger Smiths Roman ist ein blutiger Thriller, der in die Kapstädter Unterwelt abtaucht und dabei einen Spur von Leichen hinterlässt. Das Buch zeichnet ein düsteres und blutrünstiges Bild von der Touristenstadt. Während die einen Urlaub machen, kämpfen andere ums Überleben.

Roger Smith: Kap der Finsternis
Schmutziger Kriminalroman aus Südafrika: Kap der Finsternis

Viel Gewalt erfährt der Leser in dem Buch über eine amerikanische Familie, die nach Kapstadt geflohen und untergetaucht ist. Warum sie untertauchen musste, wird anfangs nicht enthüllt. Klar ist jedoch, dass Jack Burn, Oberhaupt der Familie und ein Glücksspieler, ein Verbrechen begangen haben muss. Susan, dessen Frau, bemüht sich nach Kräften, ihren Mann zu verachten. Selbst das gemeinsame Kind muss unter dem angespannten Verhältnis leiden, weil der Junge die Mutter zu sehr an den Vater erinnert. Und dann wird sie auch noch mal schwanger.

In dieses angespannte Verhältnis der Hills, wie sich die Burns in Kapstadt nennen, platzen zwei Kriminelle, die eines Abends wegen der Hoffnung auf etwas Bares und Wertsachen in das Haus eindringen, als die Familie zu Abend isst. Der Coup geht schief, die beiden Gangster müssen sterben. Und es passiert, was Burn vermeiden wollte: Er erregt Aufmerksamkeit und muss fürchten, enttarnt zu werden.

Wenngleich schon auf den ersten Seiten Menschen umgebracht werden, dauert es, bis die Geschichte in Fahrt kommt. Geschuldet ist das vor allem der Erzählweise Smiths. Zu oft wird der Erzählfaden unterbrochen. Zu schnell und zu abrupt sind die Schnitte. Kaum hat man als Leser angefangen, den korrupten Bullen Gatsby, der Jagd auf die Hills macht, zu hassen, verlässt Smith den unappetitlichen, stinkenden Fettsack und wendet sich einem anderen Ort und anderen Personen zu.

Dennoch gelingt es Smith im Laufe des Buchs die Spannung zu steigern. Irgendeiner hat immer eine Rechnung zu begleichen. Sei es Gatsby, der mit bürgerlichem Namen Rudi Barnard heißt und mit Vorliebe fettige Gatsbies in sich reinstopft. Ein Relikt aus der Apartheid, höchst gottesfürchtig, aber auch kaltblütiger Mörder, der Richter und Henker in einer Person vereint. Oder Sonderermittler Disaster Zondi, dessen Aufgabe es ist, korrupte Polizisten zu überführen und der in einem früheren Leben ebenfalls auf Barnard traf und deshalb ein ganz besonderes Interesse daran hat, Gatsby zu erledigen. Oder gar Benny Mongrel, ein entstellter Wachmann, der Jagd auf den Bullen macht, weil dieser auf ihn schießt, mehr noch, dessen ohnehin schon lädierten Köder abknallt. Zu regeln gibt es viel.

Smith schildert auf beklemmende Weise, wie sich Hass in pure Gewalt entlädt, wie hemmungslos Täter vorgehen, um Zeugen zum Schweigen zu bringen, oder um Rache zu nehmen. Hier wird ein Profil von Tätern entwickelt, denen ein moralischer Kompass für ihre Taten fehlt. Quasi wegen nichts werden Menschen umgebracht. Der Roman ist ein Abbild des heutigen brutalen Südafrikas, das sonst nur in Statistiken und urbanen Legenden zum Vorschein tritt. Gerade Kapstadt als Handlungsort verführt dei Menschen eher zu Gedanken an Urlaub, Weinreisen und Strandbesuche. Die Gewalt, wie sie die Menschen gerade in den Cape Flats, einem gefährlichen Vorort Kapstadts, erleben, wird sonst nicht so deutlich. Hier jedoch tritt sie mit voller Wucht zutage.

Den größten Kritikpunkt, den ich bei Kap der Finsternis sehe, ist die Bezeichnung der Coloureds als Mischlinge. Ein Begriff, der aufgrund seiner negativen Bedeutung eigentlich obsolet sein sollte, es aber offenbar nicht ist. Selbst das Interview mit Smith am Ende des Buchs kommt ohne den Begriff nicht aus. Ich hoffe, dass in der geplanten Verfilmung (mit Samuel L. Jackson als Sonderermittler Zondi) auf derlei Vokabular verzichtet wird.

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7 Sep 2011

From Protest to Soccer

(Kategorie: Videobeiträge)

Ich hätte schwören können, dass ich schon mal auf diesen tollen Beitrag hingewiesen habe. Da ich aber nichts in meinem Blog gefunden habe, muss ich mich irren. Gern hole ich die Empfehlung nach.

In dem Stück geht’s um die Vuvuzela, unter deutschen WM-Zuschauern auch bekannt als “OMFG! Das ist die schlimmste WM aller Zeiten!”-Krachmacher. Es wird schön gezeigt, wie melodisch die Vuvuzela sein kann und man bekommt noch ein paar nette Informationen.

From Protest to Soccer© Felix Seuffert
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24 Aug 2011
Buchkritik

Vom Überleben als Kameramann im Ausland

(Kategorie: Textbeiträge)

Es finden sich viele Bücher von Auslandsjournalisten, die spannende Reiseberichte sind. Aber nur wenige werfen einen Blick auf die Fähigkeiten und das Equipment, das notwendig ist, um sich als Journalist im Ausland behaupten zu können. Das kostenfreie eBook des britischen Kameramanns Christian A. Parkinson kombiniert beides auf angenehme Weise – hat aber ein paar Macken.

Ein Büchlein mit hilfreichen Tipps sollte es werden. Mithilfe seines Wissens will Parkinson andere Kameraleute bei ihrem Start vor der Trial-and-Error-Phase bewahren, die er anfänglich durchmachen musste. Denn obwohl er intensiv nach allen möglichen Informationen suchte, fand er oft nur Bücher, die über eine bloße Reiseberichterstattung kaum hinausgingen: Most books by cameramen though are adrenalized travelouges that barely touch on the skills, equipment and knowledge. Sein Buch ist denn auch ein Sammelsurium von Tipps und Tricks geworden, die den Einstieg erleichtern sollen.

What tribe does the driver belong to?

Nicht wenige Hinweise sind so klar, dass man sie leicht übersehen könnte. Natürlich ist es von enormer Wichtigkeit, gerade in Krisenregionen, den Namen seines Fahrers und auch dessen Telefonnummer zu kennen – selbst dann, wenn man die lokale Sprache nur unzureichend spricht. Natürlich sollte man immer freundlich bleiben und grundsätzlich als Teamplayer agieren. Andernfalls kann man schnell in die Bredouille geraten.

© Christian A. ParkinsonChristian A. Parkinson 2006 in GazaChristian A. Parkinson 2006 in Gaza

Weniger offensichtlich sind Tipps, die auf gesellschaftliche Eigenarten abzielen und die viele nicht kennen, nicht nur weil sie für westliche Journalisten aufgrund ihrer eurozentristischen Denkweise geradezu absurd erscheinen mögen, sondern weil Auslandsjournalisten für gewöhnlich nicht nur für ein Land verantwortlich sind, sondern viele Länder, dafür aber immer nur recht kurz, bereisen. Da ist z.B. die Ethnie des Fahrers, die zu prüfen es gilt, weil es gut sein kann, dass man in ein Gebiet fährt, in dem Mitglieder einer rivalisierenden Ethnie den Ton angeben. An Straßensperren ist der Fahrer dann der erste, der schikaniert wird.

Zwei wichtige Kapitel befassen sich mit der Arbeit in Konfliktzonen und eine Conflict Check-List erläutert, was alles in den Rucksack gehört, wenn es in ein schwer einschätzbares Gebiet geht. Darüber hinaus finden sich ulkig anmutende Tipps, wie etwa darauf zu achten, ob die Soldaten, bei denen man sich aufhält, ihre Waffen gesichert haben, denn: It is not uncommon for badly trained soldiers to fire rounds by mistake.

I was a cameraman, not a soldier and I was armed only
with my DSR-500 video camera and a Canon wide-angle lens.

Die Tipps werden durch viele anschauliche Erlebnisse unterstützt. So bekommt man ein gutes Gefühl, warum es nicht verkehrt sein kann, noch eine weitere, kleinere Kamera mitzunehmen. Darüber hinaus bietet Parkinson viele Links zu Onlinequellen, wie etwa Videos auf seiner Webseite, aber auch Verweise zu den Angeboten anderer Journalisten (z.B. auf den ausgesprochen interessanten Blog von Adam Westbrook). Der Leser erhält damit ganz praktische Ansichten der theoretischen Ausführungen Parkinsons.

Wenngleich ich die vielen Links in dem eBook sehr schätze, unterbrechen sie doch den Lesefluss. Besser wäre es, diese als Fußnoten oder Infokästen einzuarbeiten. Außerdem hat der Autor m.E. Möglichkeiten verschenkt, auf einzelne Beiträge seiner Webseiten www.imagejunkies.com oder www.caparkinson.com hinzuweisen.

Negativ fallen zudem einige Rechtschreib- und Tippfehler sowie gelegentlich die grafische Bearbeitung des Buchs auf. Ganz großes Manko: Fehler in einigen Links und die fehlende Verlinkung des Inhaltsverzeichnisses mit den einzelnen Kapiteln. Da sollte bei einer weiteren Edition noch mal Arbeit investiert werden.

Insgesamt sollte man sich von den negativen Punkten nicht abschrecken lassen, da das Buch einen sehr interessanten Einblick in die Welt der Videojournalisten bietet: It’s a job that offers everything: Adventure, travel, artistic expression and the chance to have a front seat as history is made.

Christian A. Parkinson (2011): Lensman: Working as an international news and documentary cameraman. Das Buch ist als kostenfreies eBook unter der Creative-Commons-Lizenz BY auf der Webseite des Autors erhältlich.

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11 Aug 2011

*röchel*

(Kategorie: Fotobeiträge)

Andere haben in meinem Alter schon Schlachten geschlagen. Und was habe ich? Graue Haare. Darf ich jetzt eine Midlife Crisis kriegen?

Gnadenfristcc-by-nd: Jojos illustrierter Blog
Ui, bald 30
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